Bellamy’s Reserve Rum Vergleichstest

Bellamys-reserve-rum-samples

Perola hat mit Bellamy’s Reserve Rum kürzlich eine eigene Rum Marke vorgestellt (mehr). Da sich die ersten Abfüllungen nur im Finish unterscheiden, bietet sich hier ein Vergleichstasting an, denn wahrscheinlich werden die Unterschiede nicht all zu groß ausfallen. Hat die neue Marke das Potential sich unter den unzähligen anderen Rum Marken zu behaupten und idealerweise positiv davon abzuheben? Diese Frage versuche ich nachfolgend zu beantworten. Steigen wir also direkt ein.

Daten:

Herkunft Grundrum: Barbados
Abfüller: Perola GmbH

Alter: 8 Jahre + 20-22 Monate Finish
Herstellungsverfahren: Grundrum vermutlich ein Blend + Single Cask Finishs
Alkohol: 40%
Limitierung: je etwa 300 Flaschen pro Sorte

Preise:
Bellamy’s Reserve Rum Belize Cask Finish: 66,66€
Bellamy’s Reserve Rum Guatemala Cask Finish: 69,99€
Bellamy’s Reserve Rum Guadeloupe Cask Finish: 77,77€
Bellamy’s Reserve Rum Jamaica Cask Finish: 83,33€
Bellamy’s Reserve Rum Guyana Enmore Cask Finish: 111,11€

Alle Rums sind hier erhältlich.

Bekannte zugesetzte Stoffe: Zuckerkulör, 25g/l Zucker

Vielen Dank an perola-shop.de, die mir diese Samples zur Verfügung gestellt haben. Dies hat jedoch selbstverständlich keinerlei Einfluss auf die Bewertung.
Als besonderes Goodie für euch, erhaltet ihr ab 50€ Einkaufswert bei Perola, 5€ Rabatt auf das gesamte Sortiment bei Verwendung des Gutscheincodes: ruminfo

Wertungsübersicht

Bild_Pressemitteilung Bellamys's Reserve Rum Perola

Bellamy’s Reserve Rum Belize Cask Finish

  • Geruch 78% 78%
  • Geschmack 70% 70%
  • Süße 75% 75%
  • Milde 70% 70%
  • P/L Verhältnis 40% 40%
  • Gesamt 71% 71%

Bellamy’s Reserve Rum Guatemala Cask Finish

  • Geruch 76% 76%
  • Geschmack 71% 71%
  • Süße 77% 77%
  • Milde 70% 70%
  • P/L Verhältnis 39% 39%
  • Gesamt 71% 71%

Bellamy’s Reserve Rum Guadeloupe Cask Finish

  • Geruch 78% 78%
  • Geschmack 70% 70%
  • Süße 75% 75%
  • Milde 70% 70%
  • P/L Verhältnis 35% 35%
  • Gesamt 70% 70%

Bellamy’s Reserve Rum Jamaica Cask Finish

  • Geruch 77% 77%
  • Geschmack 70% 70%
  • Süße 74% 74%
  • Milde 70% 70%
  • P/L Verhältnis 30% 30%
  • Gesamt 69% 69%

Bellamy’s Reserve Rum Guyana Enmore Cask Finish

  • Geruch 79% 79%
  • Geschmack 65% 65%
  • Süße 75% 75%
  • Milde 70% 70%
  • P/L Verhältnis 10% 10%
  • Gesamt 60% 60%
=

Single Cask Finish

Ich weiß noch nicht so recht, was ich von dieser Form der Veredelung halten soll. So sehr ich Perola als Partnershop auch schätze, aber das wirkt auf mich so, dass auf biegen und brechen versucht wurde, eine Rechtfertigung für die gehobenen Preise zu finden. Denn klar, auf den ersten Blick hört sich das alles nach sehr hochwertigen Single Cask Abfüllungen namhafter Destillerien an. Es ist aber eben nur ein Single Cask Finish. Der Grundrum, ein 8 Jähriger Blend einer unbekannten Destillerie aus Barbados, ist nämlich erst einmal nicht sonderlich hochwertig. Diesen Eindruck unterstreichen die Färbung und die zugesetzten 25g/l Zucker, was bei gutem Rum nicht notwendig wäre. Die Finishs mögen ja in Fässern mit ehemals hochwertigem Rum stattgefunden haben, aber sie waren nun einmal leer, sodass nicht mehr wirklich viel dieser Rums in den Bellamy’s Reserve Rum übergehen kann. Zusätzlich sind leere Fässer natürlich deutlich günstiger als volle. Da die Zielgruppe allein schon durch die Nachsüßung ja auch eher die Rumeinsteiger sind, liegt der Verdacht schon nahe, dass hier mit der Beschreibung „Single Cask Finish“ und der Nennung namhafter Destillerien eine höhere Qualität suggeriert werden soll, als es in Wirklichkeit ist.
Was man Perola aber positiv zugutehalten muss, ist die sehr löbliche Deklaration. Als einziger mir bekannter Abfüller schreiben sie nämlich die Nachbehandlung gut sichtbar aufs Etikett. Hier am Beispiel des Bellamy’s Reserve Rum Belize:

Quelle: https://bellamysreserverum.com/

Perfekt wäre natürlich, wenn auch die genaue Menge an Zucker drauf stehen würde, aber das ist Jammern auf hohem Niveau, denn schon so ist das weit mehr als bei anderen Abfüllern von gesüßtem Rum.

=

Geruch

Der Bellamy’s Reserve Rum Belize Cask Finish riecht sehr süßlich mit subtiler Vanille, Karamell und hinten Raus ein bisschen Butterscotch. Auch schwingt noch etwas süßliches mit, was ich am ehesten mit Candy assoziieren würde. Erkennbar ist auch ein leichter Holzeinfluss und geringfügig Malz. Leichte Fruchtnoten, welche am ehesten an Äpfel und Quitten erinnern begleiten das Ganze. Hintergründige Kokosnoten runden den Geruch ab. Der Alkohol kommt durch, ist aber nicht überlagernd. Im direkten Vergleich mit einem Travellers Belize 11Y ist das Belize Finish zwar erkennbar, kommt aber neben den süßlichen Aromen kaum durch. Da erinnert mich der Bellamy’s Reserve Rum Belize viel eher an den Plantation XO. Liegt wohl daran, dass beide von den Grunddaten gar nicht so verschieden sind und zeigt erneut wie wenig Einfluss das Finish zumindest beim Geruch hat. Insgesamt ein recht runder Geruch, leider aber auch nur guter Standard.

78 Punkte

Auch der Bellamy’s Reserve Rum Guatemala Cask Finish ist wieder ziemlich süßlich und wirklich sehr ähnlich zum Belize Finish. Allerdings einen Tick herber mit leichten Noten von Leder und Holzbeize, die man beim Belize so nicht fand. Kokos ist dafür etwas weniger vorhanden. Die fruchtige Note ist hier noch geringer als beim Belize, wo sie ja auch schon gering war. Die alkoholische Schärfe ist auf etwa gleichem Niveau. Den Bellamy’s Reserve Rum Guatemala finde ich insgesamt auch recht angenehm, allerdings leicht weniger rund als den Bellamy’s Reserve Rum Belize. Die herbe Note müsste noch mehr ausgeprägt sein, um sich mehr abzuheben. So wirkt es etwas unharmonisch zusammengewürfelt.

76 Punkte

Während der Unterschied zwischen Belize und Guatemala Finish noch recht gering war, so ist er beim Bellamy’s Reserve Rum Guadeloupe Cask Finish doch schon ziemlich deutlich. Er ist noch ein gutes Stück herber und viel fruchtiger mit Zitrusnoten und Birne. Dazu ein leicht medizinischer Unterton, den die anderen beiden bisher nicht hatten. Auch wenns überall der gleiche Grundrum und Alkoholgehalt ist, wirkt der Alkohol hier aber doch etwas präsenter. Insgesamt gefällt mir der Geruch zwar nicht so gut wie die beiden vorherigen, ist in sich aber stimmig und etwas interessanter. Deshalb gibts auch hier wieder gute

78 Punkte

Beim Jamaica Finish ist der Unterschied zu Belize und Guatemala wieder recht gering. Neu sind hier ein paar schwache Esternoten. Die sind aber wirklich absolut zurückhaltend. Sonst gibts auch beim Jamaica Finish wieder viele süßliche Noten mit Vanille und Karamell. Die Frucharomen sind allerdings ein wenig kräftiger, dafür aber weniger spezifisch. Am ehesten noch als zitruslastig zu beschreiben. Insgesamt wirklich sehr nah an Belize und Guatemala, das etwas weniger Fruchtige beim Belize gefällt mir aber einen Tick besser, deshalb reiht sich der Bellamy’s Reserve Rum Jamaica Cask Finish beim Geruch zwischen den beiden ein.

77 Punkte

Kommen wir zum mit Abstand teuersten Rum der Reihe. Beim Bellamy’s Reserve Rum Guyana Enmore Cask Finish erkennt man durchaus die Charakteristik von Enmore. Allerdings auch hier wieder nur leicht und hintergründig. Der Alkohol wirkt hier ein wenig schwächer. Der medizinische Unterton vom Guadeloupe Finish findet sich interessanterweise auch hier beim Guyana Enmore, allerdings geringer ausgeprägt. Dazu gibt es ein wenig Minze und eine leichte Kräuternote. Insgesamt gefällt mir der Geruch noch mit ganz leichtem Abstand am besten, da er so rund wie der Belize ist, aber ein wenig komplexer und damit interessanter. Wirklich groß ist der Abstand aber nicht, sodass es in der Bewertung auch nur 1 Punkt mehr wird.

79 Punkte

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=

Tasting

Kommen wir nun zum Wichtigsten, dem Geschmack. Auch hier beginnt wieder der Bellamy’s Reserve Rum Belize Cask Finish. Im Mund bemerkt man als erstes die deutliche Süße der 25g/l Zucker, direkt danach wird man von den typischen Aromen nachgesüßter Barbadier begrüßt, nämlich Vanille und Karamell. Dazu kommen noch leichte Bitternoten. Der Belize Unterton ist zwar schmeckbar, aber kaum spezifisch zu benennen. Höchstens in Form einer leichten Würze. Die geringe Fruchtnote vom Geruch fehlt mir im Geschmack. Der Alkohol ist für 40% auf gutem Niveau eingebunden. Bedeutet, er ist wahrnehmbar, wirkt aber nicht scharf oder überlagernd. Den Abgang des Bellamy’s Reserve Rum Belize würde ich als mittellang bezeichnen. Leider ist er geschmacklich aber kaum der Rede wert, denn außer einer leichten Würze mit kurzen Bitternoten bleibt kaum etwas der eh schon spärlich gesäten Aromen zurück.

70 Punkte

Der Bellamy’s Reserve Rum Guatemala Cask Finish wirkt, trotz gleicher Zuckermenge, etwas süßer als der Belize. Passend dazu kommt auch die Vanille etwas präsenter zum Vorschein. Sonst ist er aber ziemlich gleich. Höchstens die Bitternoten sind noch etwas ausgeprägter. Die Fruchtnoten fehlen auch hier wieder. Der Alkohol ist meines Erachtens nach auf demselben Niveau. Der Abgang ist wieder mittellang, hier aber mit noch mehr Bitternoten und leicht stärkerer Würze. Der Geschmack gefällt mir beim Bellamy’s Reserve Rum Guatemala einen Tick besser als beim Belize. Durch die deutlichere Vanille ist er zwar weder interessanter noch komplexer, wirkt im Gesamteindruck aber eben ein wenig Runder, da das eben sehr gut zum Charakter eines 8 Jährigen gesüßten Barbardier passt. Deshalb gibts einen Punkt mehr.

71 Punkte

Im Geruch war der Bellamy’s Reserve Rum Guadeloupe Cask Finish der einzige Rum, der sich vergleichsweise deutlich von den anderen 4 abgehoben hat. Kann er das auch beim Geschmack? Auch hier schmeckt man erwartungsgemäß als erstes die künstliche Süße. Sofort danach merkt man aber den vom Geruch bekannten medizinischen Unterton auch im Mund. Zu beschreiben ist der schwer, am ehesten würde ich das noch mit einer Kräuternote assoziieren, wie man sie von Jägermeister und Iberogast kennt, aber natürlich deutlich weniger intensiv. Nur hintergründig. Dazu ist der Bellamy’s Reserve Rum Guadeloupe etwas herber als die anderen beiden bisher. Der Abgang ist etwas länger als bei Belize und Guatemala. Wirklich lang aber noch immer nicht. Der medizinische Unterton und die Kräuter bleiben mit einigen Bitternoten am längsten im Mund zurück. Insgesamt ist der Guadeloupe Cask Finish anders und minimal komplexer, aber nicht unbedingt auch besser. Ich würde eher sagen genau so gut wie der Belize, denn so wirklich optimal spielen die Aromen hier nicht zusammen.

70 Punkte

Kommen wir zum Jamaica Cask Finish. Die Intention für dieses Finish war wahrscheinlich etwas mehr Frucht in den Rum zu bringen. Das klappt leider nicht wirklich, denn außer einigen ganz leichten Esternoten, hat man hier im Prinzip einen fast identischen Geschmack wie beim Belize und Guatemala Cask Finish. Auch der Abgang ist ziemlich identisch, diesmal nur mit noch etwas mehr Bitternoten, welche aber noch immer weit entfernt von „zu bitter“ sind. Da er sich quasi nicht unterscheidet, gibts auch hier wieder

70 Punkte

Nun der teuerste der Reihe, der Bellamy’s Reserve Rum Guyana Enmore Cask Finish. Auch er ist natürlich durch die 25g/l Zucker wieder recht süß, aber auch ein gutes Stück fruchtiger als die Anderen mit vorwiegend Quitte und Birne. Auch der leicht medizinische Unterton wie beim Guadeloupe Finish findet sich beim Enmore, aber sogar noch ein wenig zurückhaltender. Dafür gibts hier etwas ausgeprägtere Bitternoten. Leider ist die Kombination von Bitterstoffen, starker Süße, medizinischem Unterton, Kräutern und den Fruchtaromen im Zusammenspiel besonders im Nachgeschmack schon fast unangenehm. Ich habe beim Verkosten jedenfalls sichtbar das Gesicht verzogen. Der Abgang ist beim Bellamy’s Reserve Rum Guyana Enmore (leider) am längsten. Der Nachgeschmack ist nämlich so ziemlich das Einzige was hängen bleibt und echt nicht mein Fall. Das ist natürlich wie immer subjektiv, aber besonders bei dem Preis hatte ich da doch schon viel mehr erwartet. In meinen Augen ist es damit, trotz des höchsten Preises, das schwächste aller Finishs.

65 Punkte

=

Auswertung Geschmack

Sehr knapper Sieger: Bellamy’s Reserve Rum Guatemala Cask Finish

Insgesamt sind auch beim Geschmack wieder alle sehr ähnlich, wobei das Enmore Cask Finish zu meinem Erstaunen etwas aus der Reihe fällt und einen etwas unangenehmen Nachgeschmack hinterlässt. Der Alkohol ist bei allen soweit gut eingebunden, wobei ich das bei dem Preis eigentlich etwas milder erwartet hätte. Leider fallen geschmacklich auch alle etwas hinter dem Geruch zurück und sind vor allem auch ziemlich einfach und gefällig. Wirklich interessant finde ich davon eigentlich keinen. Dafür geht zu viel im gesüßten Barbados Einheitsbrei unter. Die Komplexität wird hier meiner Ansicht nach nämlich maßgeblich vom Zuckerzusatz unterdrückt, denn im Mund ist die Süße schon sehr deutlich und teils überlagernd. Wenn man ohnehin nur mit Finishs arbeitet, sollte man alles was Überlagern könnte eigentlich vermeiden. Das man dennoch beim ein oder anderen die Charakteristika der jeweiligen Fässer herausschmeckt, zeigt, dass entsprechendes Potential da wäre, wenn der Grundrum stimmen würde. Und „stimmen“ meint hier, nicht nachbehandelt, denn Barbados Rum als Grundlage zu verwenden ergibt aufgrund seines eher seichten, aromenarmen Charakter durchaus Sinn.

=

Blindkauf ?

Ein Blindkauf ist, sofern man Süß mag, bei allen 5 Bellamy’s Reserve Rums eigentlich problemlos möglich. Durch die 25g/l Zucker und die Verdünnung auf 40% Alkohol wurden die Abfüllungen ziemlich gefällig gemacht. Nur der etwas seltsame Nachgeschmack in Verbindung mit dem hohen Preis vom Enmore Cask Finish veranlasst mich dazu, hier lieber ein Sample vorab anzuraten. Bei allen anderen muss man eben wissen, obs einem das Wert ist. Die Aromen würde man grundsätzlich auch deutlich günstiger für rund 35-40€ bekommen.

=

Preis / Leistung

66,66€ soll der Bellamy’s Reserve Rum Belize Cask Finish zum Zeitpunkt dieses Tastings kosten. Das ist in meinen Augen zu viel. Man bekommt nämlich im Prinzip nur einen 0-8-15 Standard Rum, der für die Masse gefällig gemacht wurde. Ein gesüßter 8 Jähriger Barbados Blend einer unbekannten Destillerie ist einfach nichts Besonderes und dürfte selbst Einsteiger kaum hinterm Ofen hervor locken. Das Belize Finish wertet das Ganze zwar minimal auf, reicht aber bei weitem nicht, um den Rum wirklich interessant zu machen, oder diesen Preis zu rechtfertigen. Deswegen gibts nur

40 Punkte

Das kann man kurz halten, da hier dasselbe zutrifft wie beim Belize Cask Finish. Da der Bellamy’s Reserve Rum Guatemala Cask Finish aber sogar 69,99€ kosten soll, obwohl er nicht merklich besser ist, gibts auch einen Punkt weniger.

39 Punkte

Die P/L Wertung fällt beim Bellamy’s Reserve Rum Guadeloupe Cask Finish mit 35 Punkten noch einmal schlechter aus, als bei den beiden vorherigen. Der Grund ist einfach, der Rum ist nicht besser als die beiden anderen, soll aber noch mehr kosten. Nämlich 77,77€.

35 Punkte

Auch beim Jamaica Cask Finish ist die Begründung dieselbe wie bei den Vorgängern. Aus mir nicht ersichtlichen Gründen möchte man hier aber sogar 83,33€ haben, was meiner Meinung nach schon in Richtung maßlos überteuert geht.

30 Punkte

Den Vogel schießt aber eindeutig der Bellamy’s Reserve Rum Guyana Enmore Cask Finish ab. Stolze 111,11€ werden hier aufgerufen. In Anbetracht der Schnapszahl bleibt nur zu hoffen, dass das nur ein Scherz ist. Spätestens hier wird sehr deutlich, dass man wohl einfach versucht über den guten Namen den Preis zu erhöhen. Aus unternehmerischer Sicht natürlich absolut nachvollziehbar, aus Kundensicht aber zumindest fragwürdig. Man möge es sich auf der Zunge zergehen lassen, ein gesüßter 8 Jähriger Barbados Blend einer unbekannten Destillerie für über 100€. Das er knapp 2 Jahre in einem alten Enmore Fass nachreifen durfte, geschenkt. Der Einfluss dieses leeren Fasses ist viel zu überschaubar, als das es einen großen Mehrwert bringen würde. Im Gegenteil sogar, im Geschmackstest kam das Enmore Finish am schlechtesten von allen weg. Gesüßter Barbados Rum verträgt sich wohl einfach nicht so gut mit den hervorragenden Enmore Rums. Deswegen bekommt er wohlwollend noch

10 Punkte

=

Fazit

Ich war sehr gespannt auf die erste eigene Rum Marke von Perola. Die Informationen die im Vorfeld bekannt waren, ließen auf interessante, einigermaßen hochwertige Abfüllungen hoffen. Vielleicht waren meine Erwartungen auch zu groß, erfüllt wurden sie jedenfalls nicht. Gemäß der Gesamtpunkte sind alle Rums durchaus gut trinkbar und für sich genommen auch nicht wirklich schlecht, besonders herausragend allerdings auch nicht. Aber wer versucht seine Rums als premium zu vermarkten und auch entsprechende Preise aufruft, muss sich eben auch an diesem Maßstab messen lassen. Und um unter dieser Prämisse gut abzuschneiden, hätte es einiges mehr an Komplexität, interessanten Aromen, Einzigartigkeit und Finesse gebraucht.
Um also die Eingangsfrage zu beantworten. Nein, aktuell muss man die Marke Bellamy’s Reserve Rum meiner Meinung nach nicht auf dem Schirm haben, wenn man einen hochwertigen Rum sucht. Dazu passt hier, sowohl für Einsteiger und erst Recht für Kenner, einfach zu viel nicht. Nun sind die 5 getesteten Rums aber auch der erste „Versuch“ von Perola wenn man so will. Nur weil das jetzt nicht gleich der große Griff war, heißt das ja nicht, dass zukünftige Abfüllungen nicht besser sein können. Wünschen würde ich mir dafür:

  • Keine Nachsüßung.
  • Wenn schon ein Finish, dann sollte der Grundrum unbehandelt sein, damit die Eigenschaften der Finish Fässer besser zur Geltung kommen können.
  • Richtige Single Cask Abfüllungen. Dann wäre auch der Preis in Ordnung.
  • Sollten die nächsten Rums ähnlich sein, dann müsste meiner Ansicht nach dringend der Preis angepasst werden.
  • Interessante Blends verschiedener Länder, wie man sie auch bei CDI findet.
  • Abfüllungen in Fassstärke.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie die nächsten Abfüllungen der Marke ausfallen werden und werde mich natürlich bemühen, auch diese wieder testen zu können. An dieser Stelle auch noch einmal besten Dank an Perola, für das sehr schnelle zur Verfügung stellen der 5 Samples und das sie mir auch solche Bewertungen hier nicht übel nehmen 😉

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