Cihuatán Nahual Legacy Blend Tasting

Datenblatt

Herkunft: El Salvador
Hersteller: Licorera Cihuatán, El Salvador, Central America
Alter: Blend aus einem 11-jährigen, 12-jährigen und 14-jährigen Rum.
Limitierung: 6336 Flaschen

Herstellungsverfahren: Blend
Alkohol: 47,5%

Preis: EUR 69,99* auch hier erhältlich.

Bekannte zugesetzte Stoffe: 15g/l Zucker (eigene Messung)

Vielen Dank an perola-shop.de, die mir diesen Rum zur Verfügung gestellt haben. Dies hat jedoch selbstverständlich keinerlei Einfluss auf die Bewertung.
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Cihuatan Nahual Legacy Blend front
  • Geruch 83% 83%
  • Geschmack 70% 70%
  • Süße 50% 50%
  • Milde 67% 67%
  • Preis / Leistung 40% 40%
  • Gesamt 69% 69%
P

Herb und dennoch süßlich

P

Ansprechender komplexer Geruch

O

Nachbehandelt

O

Kein Alleinstellungsmerkmal

O

Alkohol etwas zu präsent

=

Vorwort

Der Cihuatán Nahual Legacy Blend ist nach dem 12 und 8 Jährigen der dritte Rum dieser noch recht jungen Destillerie aus El Salvador. Aber nicht nur das, es ist auch überhaupt die erste Rum-Reihe aus El Salvador. Entsprechend ist Rum aus El Salvador bislang völlig unbekannt. Licorera Cihuatán möchte das nun ändern und hat für diese Aufgabe aktuell 3 Rums im Portfolio. Den hier vorgestellten Nahual Legacy Blend und die kleinen Brüder Solera 8 und Solera 12. Ob der Cihuatán Nahual Legacy Blend seinem Land zu mehr Bekanntheit in der Rumwelt verhelfen wird, werden wir uns jetzt einmal genauer ansehen. Das Tasting zum 8 Jährigen findet ihr hier, zum 12 Jährigen hier.
Wie so oft hat man sich leider auch bei Licorera Cihuatán entschlossen den Rum nachzubehandeln. Das ist aus Sicht des Herstellers durchaus verständlich, da süße Rums größeren Anklang bei der breiten Masse finden. Für Rum-Kenner ist das dagegen schade, denn in diesen Kreisen ist Nachbehandlung verpönt. Viel schlimmer wiegt aber die fehlende Deklaration der Inhaltsstoffe. Da das laut Gesetz leider erlaubt ist und sehr viele andere Hersteller das auch so machen, ziehe ich dafür keine Punkte ab. Dafür muss sich der Hersteller dann aber auch Vermutungen darüber gefallen lassen, ggf. mit mehr als nur mit Zucker nachgeholfen zu haben.

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Zusammenfassung

Der Cihuatán Nahual Legacy Blend war aufgrund der Daten eigentlich der vielversprechendste Rum der Cihuatán Reihe, konnte der Erwartung zu meiner Überraschung aber nicht gerecht werden. Er ist herber, aber vor allem bitterer und sprittiger als der 12 Jährige und hat gleichzeitig die Einzigartigkeit von El Salvador eingebüßt. Dazu kostet er auch noch deutlich mehr. Das Nachsüßen hingegen ist geblieben. Für Freunde von herben Rums ist er aber vielleicht die bessere Wahl, wenns denn ein Salvadorianer sein soll. Für alle Anderen ist meine Empfehlung der 12 Jährige.

Cihuatan Nahual Legacy Blend sample front




Cihuatan Nahual Legacy Blend front

Der älteste Rum der Cihuatán Reihe. Aber auch der Beste?

=

Geruch

Im Geruch ist der Cihuatán Nahual Legacy Blend deutlich würziger als seine beiden jüngeren Geschwister. Es gibt viel Holz, Malz und Würze. Daneben Tabak, endlich auch der vom Hersteller bei allen 3 angekündigte Kaffee, Leder, und sogar eine klitzekleine Note Torf schleicht sich ein. Der Geruch ist damit recht herb, hat die süßlichen Noten, welche die Reihe bisher ausgezeichnet haben, aber nicht ganz verloren. Vanille ist nämlich auch hier wieder recht deutlich erkennbar, Karamell dagegen nur noch leicht. Der vom 12 Jährigen bekannte fruchtige Teil fehlt hier hingegen. Trotz seiner 7,5% mehr Alkohol bleibt der Geruch weitestgehend frei von zu scharfen Alkoholdämpfen. Insgesamt ist der Geruch schon deutlich anders, aber nicht schlechter als der 12 Jährige. Deswegen gibts auch hier wieder gute 83 Punkte beim Geruch.

*

=

Geschmack

Auch beim Dritten im Bunde wird die künstliche Süße schon beim ersten Kontakt mit der Zunge deutlich. Wir bewegen uns bei der Süße zwar bei weitem nicht auf dem Niveau bekannter Zuckerbomben wie bspw. dem Botucal R.E. oder Ron Centenario 20, gut erkennbar ist sie allerdings schon. Sehe ich geschmacklich ziemlich genau auf dem Niveau des 12 Jährigen Cihuatán. Das würde auch vom gemessenen Wert passen. Ist die Süße überwunden zeigen sich beim Cihuatán Nahual Legacy Blend aber sehr schnell die Unterscheide zu den beiden Anderen. Hier gibts nun deutlich mehr Holz, Würze, Bitternoten und leider auch Alkohol. Klar, er hat 7,5% mehr, der Unterschied liegt jedoch nicht in der Alkoholintensität, denn man schmeckt eine leichte Spiritusnote, wie man sie von jüngeren Destillaten kennt. Ein Zeichen, dass der Alkohol hier nicht gut eingebunden ist. Wie auch schon der Geruch, gestaltet sich der Geschmack von den Aromen her auch eher herb, schmeckt aber, auch aufgrund des zugesetzten Zuckers, dennoch etwas süßlich. So sind auch ein wenig Vanille und etwas mehr Karamell mit einem Stich Honig zu erkennen. Fruchtige Noten fehlen hingegen.
Der Abgang ist wie auch bei den Anderen Cihuatáns mittellang mit vorwiegend bitterem Karamell und Holz.
Insgesamt ist er recht aromenarm und auch der schlecht eingebundene Alkohol stört den Eindruck. Geschmacklich ist der Cihuatán Nahual Legacy Blend damit in meinen Augen tatsächlich der Schlechteste der 3. Und das, obwohl die Grunddaten eigentlich eher für ihn sprachen. Ist zudem ja auch der Teuerste. Die beiden Anderen wären wahrscheinlich auch ohne die Zuckerzugabe ausgekommen, in diesem Fall sorgen die 15g/l Zucker aber meiner Meinung nach dafür, dass er überhaupt gut trinkbar wird. Ohne wären hier die Bitternoten und der Alkohol wohl zu dominant. Für sich genommen ist der Rum durchaus in Ordnung, kommt aber nicht an die anderen beiden ran und hat vor allem das Alleinstellungsmerkmal des außergewöhnlichen Geschmacks verloren. Die beiden anderen hatten ein Aroma, welches man so noch nicht aus anderen Ländern kennt. Das macht sie und damit El Salvador als Rum-Land interessant. Der Nahual Blend hingegen ist zwar nicht schlecht, aber auch nicht sonderlich interessant.

=

Preis / Leistung

Mit EUR 69,99* ist der Cihuatán Nahual Legacy Blend deutlich teuer als seine Brüder, dafür aber leider trotzdem nicht besser. Der Geschmack hat einige Kanten dazu bekommen, die ihn aber nicht wirklich interessanter machen. Das P/L Verhältnis hat hier also meiner Meinung nach deutlich gelitten. Auch wenn die Grunddaten etwas hochwertiger sind.

=

Blindkauf ?

Wer den 12 Jährigen kennt und mit ein paar zusätzlichen Bitternoten kein Problem hat, könnte ihn blind kaufen. Ansonsten würde ich hier, insbesondere bei dem Preis, doch eher ein Sample anraten.

Geschmacklich vergleichbar ist der Nahual Legacy Blend wie zu erwarten mit seinen Brüdern, aber auch zum Doorly’s XO und Sunset Captain Bligh erkenne ich ein paar Parallelen. Wem diese beiden also schmecken, könnte mal einen Schluck riskieren 😉

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