Cihuatán Solera 12 Reserva Especial Tasting

Datenblatt

Herkunft: El Salvador
Hersteller: Licorera Cihuatán, El Salvador, Central America
Alter: bis zu 12 Jahre

Herstellungsverfahren: Solera
Alkohol: 40%

Preis: EUR 44,99* auch hier erhältlich.

Bekannte zugesetzte Stoffe: 15g/l Zucker (eigene Messung)

Vielen Dank an perola-shop.de, die mir diesen Rum zur Verfügung gestellt haben. Dies hat jedoch selbstverständlich keinerlei Einfluss auf die Bewertung.
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Ron CIHUATAN Solera 12 Reserva Especial front
  • Geruch 83% 83%
  • Geschmack 82% 82%
  • Süße 50% 50%
  • Milde 85% 85%
  • Preis / Leistung 70% 70%
  • Gesamt 83% 83%
P

Gute Komplexität

P

Sehr mild

P

Einsteigerfreundlich

O

Nachbehandelt

=

Vorwort

Der Cihuatán Solera 12 Reserva Especial ist nach dem 8 Jährigen der zweite Rum dieser noch recht jungen Destillerie aus El Salvador. Aber nicht nur das, es ist auch überhaupt die erste Rum-Reihe aus El Salvador. Entsprechend ist Rum aus El Salvador bislang völlig unbekannt. Licorera Cihuatán möchte das nun ändern und hat für diese Aufgabe aktuell 3 Rums im Portfolio. Den hier vorgestellten Solera 12 Reserva Especial, den kleinen Bruder Solera 8 Gran Reserva und die Speerspitze des Angebots stellt der 11-14 Jährige Nahual Lagacy Blend dar. Ob der Cihuatán 12 Solera seinem Land zu mehr Bekanntheit in der Rumwelt verhelfen wird, werden wir uns jetzt einmal genauer ansehen. Das Tasting zum 8 Jährigen findet ihr hier und in den nächsten Tagen ist dann auch der Nahual Legacy dran.
Wie so oft hat man sich leider auch bei Licorera Cihuatán entschlossen den Rum nachzubehandeln. Das ist aus Sicht des Herstellers durchaus verständlich, da süße Rums größeren Anklang bei der breiten Masse finden. Für Rum-Kenner ist das dagegen schade, denn in diesen Kreisen ist Nachbehandlung verpönt. Viel schlimmer wiegt aber die fehlende Deklaration der Inhaltsstoffe. Da das laut Gesetz leider erlaubt ist und sehr viele andere Hersteller das auch so machen, ziehe ich dafür keine Punkte ab. Dafür muss sich der Hersteller dann aber auch Vermutungen darüber gefallen lassen, ggf. mit mehr als nur mit Zucker nachgeholfen zu haben.

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Zusammenfassung

Beim Cihuatán Solera 12 Reserva Especial wurde der größte Kritikpunkt seines kleinen Bruders ausgemerzt. Er ist nämlich ein gutes Stück komplexer und ausgewogener. Dafür musste die sehr intensive Vanillenote des 8 Jährigen weichen und findet sich hier „nur“ noch in normalem Maß. Damit ist seine Zielgruppe aber gleichzeitig auch deutlich größer geworden. Den Cihuatán 12 kann man nämlich nun quasi jedem empfehlen, der mal etwas Neues ausprobieren möchte und nicht nur den Vanilleliebhabern. Ein weiterer Pluspunkt, er ist noch etwas milder. Vom mir gibts für dieses Gesamtpaket gute 83 Punkte.

Ron CIHUATAN Solera 12 Reserva Especial front nah




Ron CIHUATAN Solera 12 Reserva Especial Packung + Flasche
Ron CIHUATAN Solera 12 Reserva Especial back nah

Ausgewogen und angenehm komplex. War der Zucker da wirklich nötig?

=

Geruch

Man erkennt im Geruch des Cihuatán Solera 12 Reserva Especial sofort die Ähnlichkeit zu seinem 4 Jahre jüngeren Bruder. Auch hier steigt ein süßlicher Geruch von buttriger Vanille in die Nase. Allerdings mit etwas weniger Alkohol. Interessanterweise ist die Ähnlichkeit aber bei weitem nicht so groß, wie man bei nur 4 Jahre längerer Reifung im Solera System erwarten würde. Beim 12 Jährigen erkennt man viel deutlichere Fruchtnoten in Form von Orangenzeste, dazu ist er etwas weniger süßlich. Dafür herber, mit mehr Holzeinfluss und würziger. Auch fehlt ihm die beim 8 Jährigen noch deutliche Honignote. Nach Herstellerbeschreibung soll auch Kaffee gut erkennbar sein. Das kann ich hier leider, wie auch schon bei seinem jüngeren Bruder, nicht bestätigen. Ändert am sonst guten Eindruck aber nichts.
Die beiden sind also irgendwie gleich, aber doch sehr verschieden.
Insgesamt finde ich den Geruch des 8 Jährigen Cihuatán aber leicht besser, da er etwas harmonischer wirkt.

*

=

Geschmack

Beim Geschmack sind die Unterschiede der beiden sogar noch größer. Auch hier erkennt man zwar sofort die künstliche Süße, trotz gleichem bzw. leicht höherem Zuckerzusatz empfinde ich die Süße beim Cihuatán Solera 12 Reserva Especial aber als etwas schwächer. Das dürfte der längeren Lagerung und dem dadurch größeren Holzeinfluss geschuldet sein. Dadurch ist der 12 Jährige nämlich herber und würziger. Was der Geruch schon erhoffen lies, setzt sich glücklicherweise auch im Geschmack fort. Die vom Hersteller schon beim 8 Jährigen angepriesene fruchtige Note ist beim Cihuatán Solera 12 nun mit Orangenzeste endlich auch vorhanden. Auch der beim Geruch vermisste Honig ist im Geschmack wieder da.
Die vom kleinen Bruder bekannten Vanille und Karamell Aromen mit buttrigem Unterton sind auch hier wieder vorhanden. Allerdings in deutlich geringerer Ausprägung, sodass sich einem beim 12 Jährigen nicht sofort der Gedanke nach einer künstlichen Aromatisierung aufdrängt. Den vom Hersteller angepriesenen Kaffee schmecke ich aber auch jetzt noch immer nicht.
Im Abgang sind sich beide wieder recht ähnlich. Auch hier ist er wieder mittellang, mit ein wenig Vanille, Orangen und gut erkennbaren Bitternoten. Dafür ist der Alkohol beim Cihuatán Solera 12 nach meinem Empfinden ein gutes Stück besser eingebunden
Ich muss sagen, ich hätte gerade beim Solera Verfahren nach 4 Jahren längerer Reifung keinen so deutlichen Unterschied zum 8 Jährigen erwartet. Beim Opthimus 21* und 25* beispielweise gibt es nahezu keinen Unterschied. Die 4 Jahre Unterschied machen aus dem großen Bruder des 8 Jährigen quasi einen komplett anderen Rum. Das unterfüttert aber leider auch meine Vermutung, dass beim 8 Jährigen zusätzlich zum Zucker auch noch mit Vanillin nachgeholfen wurde und hier beim 12 Jährigen dann eben nicht. Der Grundton ist natürlich derselbe, aber daneben gibt es doch überraschend viele Unterschiede. Stimmig finde ich beide, der 12 Jährige hier ist allerdings ein gutes Stück herber, würziger, aber auch fruchtiger und somit komplexer als der 8 Jährige. Eben einfach „erwachsener“, dafür weniger deutlich vanillig. Wem also gerade das Vanillearoma wichtig ist, der greift lieber zum Cihuatán Solera 8. Insgesamt gefällt mir der Cihuatán Solera 12 Reserva Especial im Geschmack aber etwas besser.

=

Preis / Leistung

Die EUR 44,99* sind nicht einmal 10€ mehr für den Cihuatán Solera 12 Reserva Especial. Das ist in meinen Augen ein angemessener Aufpreis für einen milderen Rum mit höherer Komplexität. Als Schnäppchen würde ich beide nicht bezeichnen, fair ist es aber allemal.

=

Blindkauf ?

Im Gegensatz zum 8 Jährigen kann man den 12 Jährigen meiner Meinung nach problemlos blind kaufen, da sein Vanillearoma nicht so extrem ausgeprägt ist wie beim 8 Jährigen. Man muss also nicht unbedingt ein Vanilleliebhaber sein, um am Cihuatán Solera 12 Reserva Especial Gefallen zu finden. Fehlnoten oder besondere Extravaganzen erwarten einen hier nicht. Er ist also grundsätzlich für eine breite Zielgruppe geeignet.

Geschmacklich vergleichbar ist der Cihuatán Solera 12 Reserva Especial wie zu erwarten natürlich mit dem 8 Jährigen jüngeren Bruder. Allerdings weniger als man bei nur 4 Jahren Unterschied im Solera Verfahren erwarten würde. Die beiden sind ziemlich verschieden, wenngleich der Grundton natürlich sehr ähnlich ist. Wer bereits den 8 Jährigen zu Hause hat, kann sich deswegen aber auch guten Gewissens zusätzlich den 12 Jährigen gönnen. Es ist nicht einfach nur ein lauer Aufguss es 8 Jährigen.
Neben den Rums aus dem eigenen Haus kenne ich aktuell nicht vieles was mit dem Rum aus El Salvador vergleichbar wäre.

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