Compagnie des Indes Barbados 16 Jahre Single Cask Rum Tasting

Gesamtwertung

90/100

Hier gibts das Video zum Tasting:

Datenblatt

Herkunft: Barbados

Destillerie: Foursquare

Abfüller: Compagnie des Indes

Abgefüllt im: März 2015

Limitierung: 354 Flaschen

Alter: 16 Jahre

Destilliert im Dezember 1998, reifte der Rum 16 Jahre lang in alten Bourbon-Fässern. Bis 2004 auf Barbados und danach in Europa.

Ausgangsstoff: Melasse

Herstellungsverfahren: Single Cask

Preis: EUR 90,90 *

Alkohol: 45%

Bekannte zugesetzte Stoffe: keine

  • Geruch 93%
  • Geschmack 90%
  • Süße 35%
  • Milde 75%
  • Preis / Leistung 65%
  • Gesamt 90%
P

Interessant

P
Komplex
P

Schöne Aromenkonstellation

P

Ohne Zusätze

O

Nicht ganz günstig

 

Zusammenfassung

Ein hervorragender Rum, der mich bei jedem Schluck aufs Neue begeistern kann. Auch wenn der Compagnie des Indes Barbados Foursquare 16Y Single Cask nicht unbedingt der Günstigste ist, das Geld ist er in meinen Augen aber wert. Eine so schöne Abstimmung von süßen und fruchtigen Aromen gibts nicht oft. Dazu eine wirklich angenehme Süße und auch der Alkohol ist auf gutem Niveau eingebunden.

Von meiner Seite aus, klare Kaufempfehlung.

=

Erster Eindruck

Der erste Eindruck vom Compagnie des Indes (CDI) Barbados 16Y ist soweit gut. Man erkennt hier aber auch relativ schnell, dass der Inhalt das entscheidende ist. Die dunkelgrüne Flasche mit schwarzem Kunststoffdeckel hat kein außergewöhnliches Design und die Farbe wurde wahrscheinlich auch eher gewählt um den Rum vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und nicht aus optischen Aspekten. Es gibt nur ein Label auf dem prominent der CDI Schriftzug prangt. Direkt darunter finden sich schon die relevanten Angaben zum Rum. Herkunft, Altersangaben, Destillerie, Abfüller, Limitierung und Fassnummer. Daran erkennt man schon, dass es sich hier um einen unabhängigen Abfüller handelt, denn bei den original Abfüllern von (meist) gesüßtem Rum aus Massenproduktion findet man die meisten dieser Angaben überhaupt nicht auf der Flasche und wenn, dann garantiert nicht auf dem Frontlabel. Man versucht hier also die Kunden nicht unbedingt mit einem pompösen Äußeren zu beeindrucken, sondern konzentriert sich auf das Wesentliche. Auch wenn die Flasche in der Vitrine damit sicher nicht das optische Highlight ist, finde ich diese genaue Deklaration sehr sympathisch und würde ich mir für alle Rums wünschen.

Perfekte Mischung von süßen und fruchtigen Aromen in barbadostypischer Leichtigkeit

=

Geruch

Der Compagnie des Indes Barbados 16Y riecht frisch im Glas erst einmal recht kräftig nach Alkohol. Dieser verfliegt allerdings recht schnell und offenbart fruchtige Aromen nach Ananas, Zitrusnoten und ganz leicht Wacholder. Dazu Holz, und etwas Würze. Ebenfalls zu riechen sind süßliche Aromen von Vanille und Anklänge von Karamell mit dem typischen Barbados Unterton. Ein komplexer, aber nicht überfordernder und gleichzeitig sehr frischer Geruch. Wirkte auf mich im ersten Moment so, als wenn man in einen Mount Gay XO einige Tropfen Monkey 47 Gin gemischt hätte. Absolut kein alltäglicher Geruch, aber finde ich insgesamt sehr angenehm und macht wirklich Lust auf mehr.

=

Tasting

Die frischen Fruchtaromen vom Geruch finde ich mit Ananas und Zitrusnoten auch im Geschmack wieder. Neben den fruchtigen Noten sind beim Compagnie des Indes Barbados 16Y auch Karamell- und Toffeearomen zu schmecken. Die Vanille, welche beim Geruch noch etwas stärker vorhanden war, ist beim Geschmack hingegen nur noch in Nuancen vorhanden. Zusätzlich gibts eine ordentliche Holznote samt dessen Würze. Diese werden begleitet von leichten Bitterstoffen, welche im Abgang noch etwas mehr werden.
Der Alkohol ist schmeckbar, aber für seine 45% auf gutem Niveau eingebunden. Erfreulicherweise hat er auch eine sehr angenehme Süße, welche hier neben den etwas dominanteren Fruchtaromen sehr gut noch einmal die süßlichen Aromen untermalt.
Ich finde hier wurde die nahezu ideale Mischung aus fruchtigen und süßen Aromen geschaffen. Es ist natürlich barbadostypisch keine High-Ester Aromenexplosion, sondern alles eher seicht, aber das ist absolut kein Nachteil. Das macht den CDI Barbados 16Y gut trinkbar und sorgt für eine hervorragende Mischung der eigentlich eher gegensätzlichen Aromen. Hier überlagert wirklich nichts zu dominant. Es ist eher eine gelungene Co-Existenz zwischen süß und fruchtig. Eingerahmt von holziger Würze und leichten Bitterstoffen.
Der Abgang ist für einen Barbados Rum erstaunlich lang. Im Mund bleiben einige der Zitrusnoten, Bitterstoffe und sogar etwas frisches Gras über, was man sonst eher von Agricoles kennt. Von der Intensität ist es aber zugegebenermaßen auch weit von Agricoles entfernt. Dennoch überraschend gut.
Neben meinem all-time Favourite dem Mount Gay XO mal seit langem wieder ein Rum, der mich richtig begeistern kann.

Da es ein Single Cask Rum ist, bitte ich zu bedenken, dass meine Eindrücke hier auf die Abfüllung März 2015 mit 354 Flaschen bezogen sind. Solltet ihr euch diesen Rum zulegen und auf dem Etikett ist eine andere Fassnummer angegeben als bei mir, kann der Geschmack durchaus merklich von diesem hier abweichen. Auch wenn es der gleiche Rum ist, jedes Fass ist nun einmal anders. Das ist leider immer das Risiko bei Single Cask Abfüllungen. Ob es aber überhaupt mal eine Abfüllung eines anderen Fasses von diesem Rum geben wird, weiß ich nicht. All zu lange würde ich mit einem Kauf also nicht warten, falls man damit liebäugelt.

=

Preis / Leistung

Rund 85-90€ sind nicht wenig Geld. Besonders wenn man bedenkt, dass es guten Rum auch für weniger als die Hälfte des Preises gibt. Dennoch finde ich, ist der CDI Barbados 16Y diesen Preis wert. Diesen Geschmack und besonders diese Aromenkonstellation von süß und fruchtig, habe ich bisher so gut noch nicht probieren dürfen. Wer also, wie ich auch, gern Rums aus Barbados trinkt und eigentlich auch eher die süßlichen Karamell- und Vanillearomen mag, sollte sich den Compagnie des Indes Barbados 16Y mal ansehen und sich überraschen lassen.

=

Blindkauf ?

Ein Blindkauf ist hier problemlos möglich wenn man Barbados Rums wie den Mount Gay XO oder Ähnliche mag und ein wenig offen für Neues ist. Allein aufgrund des Preises würde ich aber vllt. vorher lieber ein Sample empfehlen. Ist halt doch noch einmal etwas Anderes vllt. 30€ „in die Tonne“ zu hauen für einen Rum der einem dann doch nicht schmeckt, oder eben hier gleich knapp 90€.

Geschmacklich vergleichbare Rums kenne ich aktuell nicht, da ich diese gelungene Kombination so nicht kenne. Grundsätzlich sind Rums aus Barbados hier schon ähnlich, da sich deren Charakteristik auch hier findet. Aber bisher kenne ich entweder eher fruchtige Barbados Rums wie beispielsweise den Mount Gay Eclipse, oder eben die süßlichen toffee- und karamelllastigen wie beispielsweise den Mount Gay XO. Der Compagnie des Indes Barbados 16Y ist hier quasi eine Mischung aus beiden Welten. Und eine ganz hervorragende noch dazu.

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