Compagnie des Indes Caraibes Tasting

Datenblatt

Herkunft: Guyana, Barbados, Trinidad & Tobago

Hersteller / Destillerie: Compagnie des Indes

Alter: 3-5 Jahre in ex-Bourbon Fässern

Ausgangsstoff: Melasse

Herstellungsverfahren: Blend

Preis: EUR 29,99*

Alkohol: 40%

Bekannte zugesetzte Stoffe: Zuckerkulör, 15g/l Zuckersirup

Compagnie Des Indes Caraibes front
  • Geruch 83% 83%
  • Geschmack 76% 76%
  • Süße 65% 65%
  • Milde 80% 80%
  • Preis / Leistung 80% 80%
  • Gesamt 78% 78%
P

Gutes P/L Verhältnis

P

Für das Alter sehr mild

O

Nachgesüßt

Zusammenfassung

Leider hat sich Compagnie des Indes entschlossen beim Caraibes ausnahmsweise mal nachzusüßen. Das ist grundsätzlich immer schade, aber in diesem Fall besonders, denn meiner Ansicht nach hat das den Rum nicht nur qualitativ, sondern auch geschmacklich eher abgewertet. Immerhin wurde es aber transparent auf der Website angegeben, was ich sehr fair finde. Insgesamt ist der CDI Caraibes aber ein gut trinkbarer Rum zu einem sehr fairen Preis. An die sonstige CDI Qualität kommt er aber leider nicht heran.

=

Vorwort

Leider ist Compagnie des Indes (CDI) als unabhängiger Abfüller beim Caraibes seiner Linie nicht treu geblieben und hat mit 15g/l Zuckersirup nachgesüßt. Man muss ihnen aber zu Gute halten, dass sie es auf ihrer Homepage angeben. CDI ist damit meines Wissens nach einer der wenigen Abfüller, die den Zuckerzusatz überhaupt angeben und der einzige Abfüller, der sogar die exakte Menge transparent angibt. Direkt auf der Flasche wäre das zwar noch deutlich besser, aber auch so finde ich das schon einmal einen sehr fairen Zug, denn gesetzlich verpflichtet wären sie dazu nicht. Außerdem ist es eine ideale Möglichkeit um die Hydrometer Messmethode auf Genauigkeit zu überprüfen, da nun der genaue Zielwert bekannt ist.

Bei meiner eigenen Messung kamen 12-15g/l Zucker heraus, passt also grob. Das die Messungen zu Hause nicht immer bis aufs letzte Gramm genau sind ist klar. Dafür bräuchte es professionelle Geräte und Laborbedingungen. Wie nah die eigene Messung per Hydrometer aber am Zielwert liegt, zeigt, dass sich die Methode für den Heimgebrauch durchaus eignet.
Alles was ihr dazu braucht findet ihr hier und die Anleitung gibts hier.

Angenehm mild, der Zuckersirup wäre aber nicht nötig gewesen…

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Geruch

Auch direkt nach dem Eingießen riecht der Compagnie des Indes Caraibes nahezu nicht nach Alkohol, was in Anbetracht der kurzen Lagerdauer nicht selbstverständlich ist, wie wir gerade im letzten Tasting noch gesehen haben. Statt Alkohol erfreut der Caraibes mit Nelken, etwas Orangenzeste, einem süßlichen Unterton nach Karamell und Vanille, gefolgt von leichter Würze und noch leichterem Holzeinfluss. Erinnert ganz entfernt an den A.H. RIISE Reserve Rum, nur deutlich weniger intensiv und nicht so extrem fruchtig. Man kann aber tatsächlich die charakteristischen Gerüche der 3 Länder des Blends erkennen, wobei Barbados hier deutlich unterrepräsentiert ist und Trinidad, trotz der nur leichten Würze, hervor sticht.
Insgesamt ein interessanter und sehr angenehmer Geruch, der nicht durch zu viel Alkohol getrübt wird.

*

=

Geschmack

Beim Geschmack des CDI Caraibes fällt erst einmal die Süße auf, der man auch sofort ihren künstlichen Ursprung anmerken kann. Dazu kommt recht schnell eine gute Portion Würze mit moderaten Bitterstoffen. Der Holzeinfluss ist hingegen nur sehr leicht wahrnehmbar. Auch wenn etwas präsenter als im Geruch, ist der Alkohol für das Alter gut eingebunden. Neben der Würze & Süße sind Vanille und Karamell recht dominant. Der fruchtige Anteil aus dem Geruch ist leider kaum bis gar nicht mehr vorhanden. Damit ist der Geschmack deutlich weniger komplex als der Geruch erhoffen ließ. Auch lassen sich die einzelnen Länder des Blends im Geschmack nun nicht mehr so deutlich erkennen. Das ist schade, aber wohl zum Teil auch der geringen Lagerzeit und natürlich dem Zuckerzusatz geschuldet. Besonders der Zucker hats hier meiner Meinung nach auch versaut, denn gerade die weniger intensiven Aromen des Barbados Anteils sind dadurch größtenteils unterdrückt worden.
Der Abgang ist kurz und etwas unwürdig, denn außer wieder Würze, nun mehr Bitterstoffen und etwas Süße ist nicht viel zu erkennen.
Insgesamt finde ich den Geschmack des CDI Caraibes besonders für den geringen Preis durchaus in Ordnung. Auch wenn er leider deutlich hinter dem Geruch zurück bleibt. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Art Rum nun nicht die Regel wird, denn mit der Qualität der sonstigen CDI Abfüllungen kann der Caraibes nicht mithalten.

=

Preis / Leistung

In Anbetracht des geringen Preises von EUR 29,99* bekommt man mit dem Compagnie des Indes Caraibes ein gutes Gesamtpaket. Der Geschmack fällt gegenüber dem Geruch zwar deutlich ab und auch die Qualität kennt man von CDI anders, der Preis gleicht das aber zu großen Teilen aus. Besonders für Einsteiger ist er aufgrund der moderaten Süße und des nicht all zu komplexen Geschmacks daher meiner Ansicht nach ganz gut geeignet. Auch wenn nachgesüßt wurde, geht der Preis hier also absolut in Ordnung.

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Blindkauf ?

Den CDI Caraibes kann man bedenkenlos blind kaufen wie ich finde. Er ist durch den Einfluss aus Trinidad und Guyana etwas würziger, das wurde aber durch die 15g/l Zucker abgemildert, sodass sich keine extremen Aromen finden. Das macht den Caraibes (leider) massentauglich und somit auch für einen Blindkauf geeignet. Der Preis läd ja ebenfalls dazu ein.

Geschmacklich vergleichbar entfernt mit dem El Dorado 12 und ggf. noch mit ein paar anderen nachgesüßten Guyana Rums, ansonsten kenne ich diese Kombination so nicht.

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