Compagnie des Indes Caribbean 10 Jahre Tasting

Datenblatt

Herkunft: Barbados, Guyana, Jamaica, Trinidad
Abfüller: Compagnie des Indes
Destillation: 2008
Abfüllung: 2018 in Frankreich ohne Kaltfiltrierung
Alter: 10 Jahre
Einzelrums:
• Barbados-Rum aus der West Indies Rum Distillerys Limited (Pot Still, März 2008 und Mai 2006)
• Guyana-Rum von den Diamond Distillers Limited (Pot Still und Column Still, März 2008 und Mai 2006)
• Jamaica-Rum aus einer geheimen Destillerie (Pot Still, März 2008)
• Trinidad-Rum von den Trinidad Distillers Limited, (Column Still, Mai 2008)
Limitierung: 400 Flaschen

Herstellungsverfahren: Single CaskBlend
Destillationsmethode: Pot- und Column Still
Alkohol: 43%

Preis: EUR 65,99* günstiger auch hier erhältlich.

Bekannte zugesetzte Stoffe: keine

Vielen Dank an perola-shop.de, die mir diesen Rum zur Verfügung gestellt haben. Dies hat jedoch selbstverständlich keinerlei Einfluss auf die Bewertung.
Als besonderes Goodie für euch, erhaltet ihr ab 50€ Einkaufswert bei Perola, 5€ Rabatt auf das gesamte Sortiment bei Verwendung des Gutscheincodes: ruminfo

Compagnie des Indes Caribbean 10 Jahre front
  • Geruch 84% 84%
  • Geschmack 86% 86%
  • Süße 45% 45%
  • Milde 87% 87%
  • Preis / Leistung 75% 75%
  • Gesamt 85% 85%
P

Einigermaßen komplex

P

Harmonische Mischung aus süß, herb und fruchtig.

P

Einsteigerfreundlich

P

Sehr mild

Audible 6 Monate zum halben Preis

=

Vorwort

Da ich es selbst nicht besser formulieren könnte, erlaube ich mir hier einfach mal den einleitenden Text von Perola zu zitieren:
„Das Label dieses Rums zeigt sowohl die Begriffe „Multi Distilleries“ als auch „Single Cask“, was den einen oder anderen Rum-Experten zurecht verwirren wird. Tatsächlich wurden die vier Rums, die in diesem Small Batch Blend verbaut sind, aber allesamt im November 2008 in einem einzigen Fass vermählt und durften von da an gemeinsam darin ruhen. Zehn Jahre später wurde der so entstandene Rum lediglich noch auf Trinkstärke verdünnt und exakt 400 Flaschen davon abgefüllt.“

Zusammenfassung

Single Cask Blend… Was sich beim Compagnie des Indes Caribbean 10 Jahre zunächst nur wieder nach einer tollen Bezeichnung anhört, um minderwertigen Rum hochwertig wirken zu lassen, stellt sich aber tatsächlich als qualitativ positiv heraus. Im Prinzip ist es ein ganz normaler Single Cask Rum, nur das eben das Ausgangsdestillat ein Blend und kein Einzelrum ist. Qualitativ ist das aber nicht nachteilig und die Charakteristik einer Single Cask Abfüllung ist auch hier vorhanden. Geschmacklich hat der Caribbean mit einer Mischung aus süß, herb und leicht fruchtig auch einiges zu bieten. Von mir gibts dafür eine Kaufempfehlung.
Compagnie des Indes Caribbean 10 Jahre Sample front rechts
Compagnie des Indes Caribbean 10 Jahre front
By The Dutch Batavia Arrack back

Gut gelungenes Zusammenspiel verschiedener Stile

=

Geruch

Der Compagnie des Indes Caribbean 10 Jahre riecht ziemlich fruchtig und ist dabei doch recht jamaikalastig mit seinen Fruchtestern die an Bananen und Birnen erinnern. Aber auch der Guyana Unterton kommt mit durch. Er ist leicht Holzig, und insgesamt eher fruchtig-herb und nicht süß. Erkennbar ist auch etwas salziges Karamell und hauchfeine Vanillenoten. Der Alkohol ist zwar da, aber nicht störend. Durch die Fruchtaromen geht das Ganze auch eher in Beize und Terpentin über, statt einfach nur nach Alkohol zu riechen. Hintergründig kann man noch eine ganz leicht malzig-süßliche Barbadosnote wahrnehmen. Ist aber wirklich nur ganz gering vorhanden. Insgesamt ist der Geruch des Compagnie des Indes Caribbean 10 Jahre finde ich ganz angenehm und komplex, ohne dabei zu überfordern. Damit lässt sich arbeiten.

*

=

Geschmack

Auf der Zunge entfaltet der Compagnie des Indes Caribbean 10 Jahre sofort eine auffällige Süße. Die ist sogar so auffällig, dass ich direkt noch einmal selbst den Zuckergehalt nachgemessen habe. Compagnie des Indes (CDI) geben normalerweise auf ihrer Website an, wenn nachgesüßt wurde, sodass hier eigentlich gar kein Grund für Misstrauen bestand. Aber sicher ist sicher. Meine Messung bestätigte es aber, kein Zucker. Dafür, dass nicht nachbehandelt wurde, hat man hier wirklich eine respektable Süße erreicht. Geschmacklich fast auf dem Niveau von 10-15g/l Zucker. Zusätzlich ist der Compagnie des Indes Caribbean 10 Jahre wirklich sehr mild. Die besten Voraussetzungen also, um auch bei Einsteigern Anklang zu finden. In Erinnerung an den Geruch hatte ich beim Geschmack ebenfalls einen hohen Jamaikaeinfluss erwartet. Zu meiner Freude ist er aber doch eher arm an Estern. Leider allerdings schon fast zu sehr, denn die fruchtigen Noten halten sich im Geschmack schon arg zurück und sind kaum noch der Rede wert. Dafür gibts stattdessen eine gute Portion Holz, einige Bitternoten, Malz, Leder, Tabak, Bittermandel und eben die leichten Fruchtnoten. Insgesamt also, trotz der netten Süße, ein eher herber Geschmack.
Der Abgang des CDI Caribbean ist trotz der nur 43% vergleichsweise lang. Über bleiben hier vorwiegend süßliche Aromen nach Süßholz und Karamell mit etwas Würze und leichten Bitternoten. Die sind aber nicht zu aufdringlich.
Insgesamt ist der Geschmack etwas weniger Komplex als der Geruch, dennoch aber kaum minder interessant und dabei noch sehr mild. Ja geradezu unerwartet gefällig. Die Kombination der doch sehr unterschiedlichen Rum-Stile ist hier in meinen Augen gut gelungen. Besonders, dass der Jamaika Rum hier so gut mit den anderen harmoniert hätte ich nicht gedacht. Ich bin ja eigentlich eher nicht so der Jamaika Fan, aber den CDI Caribbean finde ich sehr gut trinkbar.
=

Preis / Leistung

Ein Schnäppchen ist der Compagnie des Indes Caribbean 10 Jahre mit EUR 65,99* nun nicht unbedingt, angemessen finde ich den Preis aber allemal. Immerhin bekommt man rein qualitativ einen 10 Jährigen Single Cask Blend mit Rum namhafter Destillerien. Single Casks sind ohnehin immer etwas teurer durch die natürliche Limitierung. So ein Fass gibt eben nicht all zu viele Flaschen her. Selbst bei einer Verdünnung auf 43% sind es in diesem Fall ja auch nur 400 Flaschen insgesamt geworden.
Die Kombination aus Jamaika, Guyana, Trinidad und Barbados findet man nun auch nicht so oft, sodass sich allein dadurch schon eine gewisse Seltenheit ergibt. Das Ganze dann als Single Cask, dürfte aktuell einzigartig sein. Aber nicht nur qualitativ bekommt man was fürs Geld. Auch geschmacklich muss sich der Caribbean wirklich nicht verstecken. Die Kombination aus süß, herb und leicht fruchtig ist gut gelungen und zu meiner Überraschung sogar einsteigerfreundlich. Der Preis ist also insgesamt absolut in Ordnung.
=

Blindkauf ?

Unerwarteterweise halte ich einen Blindkauf hier für recht problemlos. Der Rum hat meiner Ansicht nach keine Fehlnoten und ist zwar eher herb, hat aber keine zu starken Bitternoten. Im Gegenteil, er ist beim ersten Kontakt mit der Zunge erstaunlich mild und süßlich. Natürlich bekommt man hier aber keinen Süßrum. Wem das klar ist, der kann den Caribbean auch ohne Sample vorab kaufen.

Geschmacklich vergleichbare Rums zu finden fällt mir hier ein wenig schwer. Beim Compagnie des Indes Latino finden sich ein paar Gemeinsamkeiten, wirklich vergleichbar sind sie aber eigentlich nicht. Das spricht letztlich aber ja auch nur wieder für den Caribbean.

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