Don Papa 7 Rum Tasting

Gesamtwertung

35/100

Hier gibts das Video zum Tasting!

Datenblatt

Herkunft: Philippinen

Hersteller / Destillerie: Bleeding Heart Rum Company

Alter: 7 Jahre

Herstellungsverfahren: Blend

Preis: EUR 31,90 *

Alkohol: 40%

Bekannte zugesetzte Stoffe: Zuckerkulör, 29g/l Zucker, 2,4g/l Glycerin, 359mg/l Vanillin 

  • Geruch 45%
  • Geschmack 35%
  • Süße 80%
  • Milde 85%
  • Preis / Leistung 30%
  • Gesamt 35%
P

Mild

O

Ordentlich nachgesüßt

O

Ohne Deklaration aromatisiert

O

Zu intensiv

O

Künstlicher Geschmack & Geruch

O

Preis/Leistung sehr schlecht

Zusammenfassung

Sieht man sich die Bewertungen des Don Papa 7 im Netz an, könnte man meinen, es würde sich um einen premium Rum handeln. Die Anzahl der Bewertungen lässt auch auf gute Verkaufszahlen schließen und besonders Rum Einsteigern wird er ja leider auch gerne empfohlen. Allerdings völlig zu Unrecht wie ich finde.
Er ist stark gesüßt, stark aromatisiert und hat mit (gutem) Rum eigentlich kaum noch etwas gemein. Anhand der Messwerte des Vanillin, müsste er normalerweise als Spiced Rum deklariert werden. So wird nämlich künstlich aromatisierter Rum genannt und genau das ist der Don Papa 7.
Erklären kann ich mir die guten Stimmen nur aufgrund der Tatsache, dass gerade Einsteiger kaum Vergleiche haben und vielleicht denken, Rum müsste so schmecken. Bei den erfahreneren Rum Liebhabern könnte ich mir vorstellen, dass wohl kommerzielles Interesse auch die Ein oder Andere Bewertung beeinflussen dürfte… Natürlich ist er sehr süß und mild, aber das sind andere, deutlich bessere Rums auch. Nur schmecken die dabei nicht so übertrieben künstlich. Durch die gelungene Gestaltung ist er zwar ganz nett anzusehen, aber das allein reicht nun einmal nicht. Ich kann mich der Empfehlung des Don Papa 7 für Rum Einsteiger hier also beim besten Willen nicht anschließen.

Meiner Meinung nach deutlich bessere Einsteigerrums findet ihr hier.

=

Erster Eindruck

Vor jedem Tasting gucke ich mir erst einmal das Produkt an und gebe eine Einschätzung zu meinem ersten Eindruck.

Was die Gestaltung des Don Papa 7 angeht, gibts wenig Anlass für Kritik. Das große, farblich gut abgestimmte Etikett wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Dargestellt ist Dionisio Magbuelas, oder kurz Papa Isio. Bekannter ist er aber unter seinem Spitzname Don Papa, womit er auch gleichzeitig der Namenspate für diesen Rum ist. Überall auf der Flasche finden sich kleine unerwartete Formen, wie beispielsweise eine Schnecke als Schnauzer, der Schwanz eines Geckos als Monokel, oder die Spinne auf dem Deckel. Der Deckel ist übrigens aus echtem Holz und auch der Korken ist echt und nicht aus Kunststoff. Findet man leider immer seltener. Die Flasche hat eine recht einfache, aber doch elegante Form und passt gut zum Gesamtbild. Der Rum selbst hat eine überaus gelungene Farbe. Erinnert an einen großen Bernstein der gegens Licht gehalten wird. Sobald ein wenig Licht die Flasche trifft, wirkt es, als würde der Rum leuchten. Das habe ich so intensiv bisher noch bei keinem anderen Rum gesehen. Auch wenn die Farbe vom Zuckerkulör und nicht von der Reifung kommt, ansprechend ist sie dennoch. Optisch macht die Flasche in einer schönen Vitrine also eine Menge her. Gefällt mir insgesamt sehr gut.

Mild, sehr süß, sehr vanillig, sehr künstlich.

=

Geruch

Der Don Papa 7 riecht extrem fruchtig, süß und stark vanillig. Alkohol kann ich überhaupt nicht wahrnehmen. Hört sich doch eigentlich gut an würde man meinen, aber ich vergebe dennoch nur 45 Punkte für den Geruch. Denn der starke Vanillegeruch wirkt leider geradezu übertrieben künstlich. Generell ist der ganze Geruch unglaublich intensiv, nur riecht es eben nicht natürlich. Der Geruch für sich genommen mag ja durchaus angenehm sein, wenn aber ein Rum so riecht, schreckt mich das eher ab. Das lässt jedenfalls nichts Gutes erahnen.

Ich kann es an dieser Stelle schon einmal vorweg nehmen, meine Befürchtung hat sich leider beim Geschmack bewahrheitet.

=

Tasting

Der Geruch ließ es erahnen und der Geschmack bestätigt es. Der Don Papa 7 schmeckt sehr süß und ganz extrem nach Vanille, aber eben leider künstlicher Vanille. Kurz zuvor hatte ich noch einen Schluck eines Ron Barcelo Gran Anejo getrunken, der beispielsweise ein sehr angenehmes natürliches Vanillearoma hat. Im direkten Vergleich wirkte die Vanille des Don Papa da noch einmal besonders künstlich und einfach viel zu intensiv. Davon abgesehen lassen sich auch relativ gut Orangenaromen herausschmecken, wobei auch diese leider eher an künstliches Orangeat, statt an echte Orange erinnern. Was ebenfalls ziemlich vordergründig ist, ist ein Geschmack, den ich mit Candy und Fruchtkaugummi assoziieren würde, was dann wohl so ziemlich das Paradebeispiel für künstliches Aroma ist. Reiht sich also nahtlos in die übrigen Aromen ein. Das kann man natürlich mögen, ich hätte das besonders in einem Rum der 30€+ Klasse aber eigentlich nicht erwartet.
Positiv ist aber immerhin anzumerken, dass er überaus mild ist. Seine 40% Alkohol schmeckt man nahezu gar nicht und auch im Hals brennt da nichts nach. Der Abgang ist ansonsten ziemlich kurz und nur von wenigen Bitternoten begleitet, welche auch nur kurz im Mund verweilen. Am Gaumen macht sich dafür ein recht angenehmes, und zur Abwechslung mal nicht künstliches wirkendes, Marzipanaroma breit, welches erfreulicherweise auch etwas länger anhält.

So ein intensiver Geschmack nach künstlichen Aromen rein aus Fasslagerung? Schwer zu glauben…
Der Eindruck täuscht auch nicht, denn zum Glück gehört der Don Papa 7 zu den wenigen Rums, welche neben ihrem Zuckergehalt auch noch auf weitere Stoffe hin getestet wurden. Bei dieser Analyse wurden bei ihm sage und schreibe 359mg/l Vanillin gefunden! Des Weiteren aber auch noch 2,4g/l Glycerin und 29g/l Zucker.
Da wundert dann auch der extrem künstliche Geschmack und die Milde nicht mehr. Bei so viel künstlichem Vanillearoma bekommt der Satz auf dem Etikett „…and just a touch of Vanilla…“ gleich einen ganz anderen Charme 😉
Mit dem zugesetzten Aroma ist der Don Papa 7 damit eigentlich ein Spiced Rum. Als solcher deklariert wird er aber leider nirgendwo.
2,4g/l Glycerin und die ordentliche Portion Zucker verdecken natürlich auch schön den Alkohol und sorgen für ausreichend Süße, damit es für den Massenmarkt geeignet ist.

Normalerweise werte ich ja für Zuckerzugaben im Rum nicht ab, da es leider gängige Praxis ist. Wer es aber so übertreibt und neben Zucker noch ordentlich aromatisiert, was nach meiner Gesetzesauffassung auch gar nicht erlaubt ist, der hat sich die Abwertung wirklich redlich verdient. Eigentlich würde ich für den Geschmack hier noch 40 Punkte vergeben, da er mir zwar viel zu künstlich und intensiv schmeckt, ich mir aber schon vorstellen kann, dass gerade das einigen Leuten doch schmecken könnte. Die Bewertungen bei den großen Händlern scheinen das ja auch zu bestätigen. Durch die Zusatzstoffe gibts aber nur 35 Punkte. Das ist einfach zu viel des Guten.

=

Preis / Leistung

Für einen Preis von durchschnittlich 30-35€ ist der Don Papa 7 für meinen Geschmack deutlich zu teuer. Selbst für 10-15€ weniger bekommt man Rum, welcher in nahezu allen Belangen besser ist. Zumal der Preis einen premium Rum suggeriert, was hier wie ich finde aber einfach nicht zutrifft. Bei den ganzen Zusatzstoffen würde wahrscheinlich nahezu jeder Rum gut trinkbar werden und halbwegs schmecken. Das hat mit premium dann aber halt nicht mehr wirklich viel zu tun. Wenn ich da beispielsweise an einen hervorragenden Mount Gay XO für den gleichen Preis, oder selbst einen deutlich günstigeren Malteco 10 denke, kann man den Don Papa für den Preis wirklich nicht mehr empfehlen.

=

Blindkauf ?

Würde ich klar abraten. Selbst wer süße Rums mag, sollte den Don Papa 7 lieber vorher irgendwo probieren. Das Aroma ist einfach sehr intensiv und künstlich. Gibt sicher Leute, denen genau das schmeckt, aber ich glaube, für die breite Masse ist das dann doch etwas zu intensiv. Ich hatte mich leider auf die Bewertungen im Netz verlassen und den Don Papa damals blind gekauft. Das war leider mein bisher größter Fehlkauf. Sieht man auch an der Flasche. Oben auf den Bildern seht ihr ja, dass sie fast noch voll ist, obwohl ich den Rum seit über einem Jahr hier habe.

Mir fällt spontan auch kein Rum ein, mit dem der Don Papa 7 geschmacklich wirklich vergleichbar wäre. In dem Fall aber zum Glück muss ich sagen. Höchstens was das extreme Aroma angeht, da ist der Pyrat XO Reserve Rum mit seinem starken Aroma nach Orangeat zumindest ähnlich. Von der Intensität ist aber auch der noch weit vom Don Papa entfernt.

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