El Dorado 12 Jahre Rum Tasting

Gesamtwertung

70/100

Hier gibts das Video zum Tasting!

Datenblatt

Herkunft: Guyana

Hersteller / Destillerie: Demerara Distillers Ltd

Alter: Mindestens 12 Jahre

Ausgangsstoff: Melasse

Fermentation: 1 Tag

Destillationsmethode: Pot Still & Column Still

Herstellungsverfahren: Blend

Preis: EUR 27,99 *

Alkohol: 40%

Bekannte zugesetzte Stoffe: Zuckerkulör, 35-39g/l Zucker

  • Geruch 70%
  • Geschmack 68%
  • Süße 80%
  • Milde 70%
  • Preis / Leistung 70%
  • Gesamt 70%
P
Mild
P

P/L Verhältnis gut

P

Gefälliger Geschmack

O
Nachgesüßt
O

Etwas langweilig

Zusammenfassung

Insgesamt ist der El Dorado 12 Jahre Rum für den geringen Preis von rund 30€ nicht schlecht. Es ist eben ein klassischer nachbearbeiteter Süßrum, mit geschliffenem Geschmack damit er möglichst gut zum Massenmarkt passt. Immerhin funktioniert das hier ganz gut, denn es gibt zwar nichts außergewöhnliches oder großartig interessantes zu entdecken, dafür bietet er aber soliden Standard zum guten Preis. Die Milde geht völlig in Ordnung und auch die Bitterstoffe sind nicht übermäßig. Damit stellt er besonders für Einsteiger sicher einen leichten und unkomplizierten Einstieg in die Welt des Rum dar. Auch wenn ich Einsteigern nicht unbedingt Süßrums empfehle, ist der gefällige Geschmack für den Ein oder Anderen aber vielleicht als Einstieg doch genau das Richtige. Weil der El Dorado 12 eben Standard und nicht extravagant ist, ist er zumindest deutlich besser geeignet als beispielsweise ein Botucal Reserva Exclusiva oder Plantation XO.
=

Erster Eindruck

Vor jedem Tasting gucke ich mir erst einmal das Produkt an und gebe eine Einschätzung zu meinem ersten Eindruck.

Da ich in diesem Fall leider nur ein 5cl Sample vom El Dorado 12 Jahre Rum habe, kann ich den Eindruck vorerst nur anhand von Bildern geben. Die bauchige Flasche mit recht einfachem Etikett und Schraubverschluss wirkt auf mich nicht unbedingt edel. Ein Eyecatcher in der Vitrine ist diese Flasche also sicher nicht. Mit etwas Understatement kann ich aber sehr gut leben, wenn der Rum dafür gut ist. Ob das auf den El Dorado 12 zutrifft, werden wir gleich erfahren. Insgesamt würde ich die Optik als neutral bewerten.

Nicht außergewöhnlich und wenig interessant. Aber solide zum guten Preis

=

Geruch

Der El Dorado 12 riecht frisch im Glas quasi ausschließlich nach Klebstoff, also sprittig. Es dauert auch recht lange, bis der Alkohol einigermaßen verflogen ist. Das Warten lohnt sich hier aber, denn neben dem Alkohol gibt es einiges zu entdecken. Man riecht leicht süßliche Karamellnoten und etwas stärker Eiche / Holz. Zusätzlich aber auch Anklänge von Frucht und eine deutliche Würze. Sowohl Frucht als auch Würze sind allerdings zu diffus, um daraus spezielle Aromen differenzieren zu können. Insgesamt ein angenehmes Zusammenspiel, dessen Komplexität in dieser Preisklasse nicht all zu oft erreicht wird. 5 Punkte ziehe ich hier aber für den lange dominanten Alkohol ab. Bleiben immer noch gute 70 Punkte für den Geruch.
=

Tasting

Mit 35-39g/l Zucker ist auch El Dorado 12 ein klassischer Süßrum, welcher künstlich nachbearbeitet wurde. Wie nicht anders zu erwarten ist also auch hier der erste Schluck geprägt von einer deutlichen Süße, welche man sofort als allererstes schmeckt. Direkt danach fallen die klassischen Karamell- und Vanillearomen recht deutlich auf. Die Eiche und Würze aus dem Geruch finden sich ebenfalls im Geschmack wieder. Leider aber etwas weniger als erwartet. Die fruchtigen Noten, welche dem El Dorado 12 auch beim Geschmack etwas mehr Komplexität hätten verleihen können, fehlen aber leider völlig. Dafür gibts zum Ausgleich einige Bitternoten, welche besonders im Abgang zunehmend mehr werden.
Die deutlich sprittige Note vom Geruch, spiegelt sich im Geschmack dann so glücklicherweise nicht wieder. Zwar habe ich durchaus schon mildere Rums getrunken, für rund 30€ ist die Milde aber schon wirklich auf einem guten Niveau und er ist absolut problemlos trinkbar.
Abgang kurz mit überwiegend Bitternoten und hintergründig ein wenig Vanille. Auch hier also leider keine interessanten Überraschungen.
Im Gegensatz zu nahezu allen anderen Herstellern geben die Demerara Distillers, zumindest bei der El Dorado Marke, nach eigener Aussage das jüngste Alter der Einzeldestillate auf dem Etikett an. Prüfen kann ich diese Aussage leider nicht. Ob mans glaubt oder nicht, ist also Jedem selbst überlassen. Beim El Dorado 12 wäre nach dieser Aussage jedenfalls der jüngste Bestandteil 12 Jahre und die anderen ggf. deutlich älter. Bei dieser Reifedauer hätte ich allerdings deutlich mehr Fasseinfluss erwartet. Im Geschmack kommt die Eiche / Holz allerdings kaum durch. Durch den massiven Zuckereinsatz ist es aber auch gut möglich, dass diese Aromen einfach überdeckt wurden.
Insgesamt ist der Geschmack nichts Besonderes, sondern bietet ziemlich klassische Aromen, kombiniert mit einigen Bitterstoffen und einer Menge Zucker. Schade, da hat der Geruch Erwartungen geweckt, welche der Geschmack leider nicht einlösen konnte.

=

Preis / Leistung

Für rund 30€ und im Angebot auch mal deutlich darunter kann man kaum viel falsch machen. Beim El Dorado 12 bekommt man dafür einen guten Süßrum mit klassischen Aromen und ohne negative Überraschungen. Das P/L Verhältnis kann man hier also durchaus als gut bezeichnen.
=

Blindkauf ?

Gegen einen Blindkauf spricht in diesem Fall meiner Ansicht nach nichts. Süß, gefällige, bekannte Aromen und dazu recht mild. Der Preis liegt ebenfalls eher im unteren Bereich, sodass ein Sample hier echt nicht notwendig ist.

Geschmacklich vergleichbar ist der El Dorado 12 im Prinzip mit allen Süßrums, welche klassische Vanille, Karamell und Eichenaromen aufweisen. Spontan fallen mir da Ron Zacapa 23, Plantation XO (abgesehen vom Kokos), Ron Centenario 20, Ron Cartavio XO, Opthimus 21 und 25 ein. Die haben zwar alle ihre spezifischen Unterschiede, weisen grundsätzlich aber ein ähnliches Profil auf. Mag man einen dieser Rums, halte ich es für unwahrscheinlich, dass einem der El Dorado 12 nicht schmecken wird.

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