Geschichte des Rum

von Amalfitalia (Eigenes Werk, „Kill Devil“) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Die Herkunft des Namens Rum kommt vermutlich aus dem englischem Dialektwort „rumbullion“, was so viel wie Aufruhr oder Tumult bedeutet.
Erfunden bzw. Entdeckt wurde Rum im 17. Jahrhundert. Anfangs war er aufgrund seiner Wirkung als „Kill Devil“ bekannt. Es dauerte eine ganze Weile bis daraus eine Edelspirituose wurde, welche sich nicht hinter einem Whisky oder Cognac verstecken muss. Erst im 19. Jahrhundert gewann Rum an Bedeutung.
Bald nach der Entdeckung Amerikas wurde auf den karibischen Inseln Zuckerrohr angebaut. Auf den Plantagen verrichteten Sklaven die Arbeit. Sie waren auch die Ersten, die anfingen Schnaps aus dem Zuckerrohr zu brennen. Auch die Piraten und Seefahrer fanden schnell Gefallen an der Wirkung dieses Zuckerrohrschnaps und brachten so den Rum auch nach Europa.
Natürlich wurden so auch schnell Geschäftsleute auf Rum aufmerksam und erkannten, dass sich neben dem Zucker auch der Rum in der damals „alten Welt“ zu Geld machen ließ.
Der Verkauf von Rum wurde zusätzlich durch die Knappheit anderer Spirituosen enorm beflügelt. Denn durch große Probleme mit der Reblaus, wurden zwischen 1865 und 1885 große Teile der französischen Weinanbaugebiete zerstört. Dies hatte katastrophale Folgen für die französische Landwirtschaft. Die Reblaus ist eine Pflanzenlaus und ein bedeutender Schädling im Weinbau. Insgesamt wurden durch sie im 19. Jahrhundert in Frankreich annähernd 2,5 Millionen Hektar Rebfläche vernichtet, wodurch das Weinangebot rapide sank. Außerdem gab es im 19. Jahrhundert schlechte Getreideernten in Großbritannien, sodass neben den Problemen mit Wein, auch Cognac und Whisky knapp wurden. Da kam Rum als „Ersatz“ gerade gelegen.

Ebenfalls im 19. Jahrhundert etablierte sich in Europa die Fabrikation von Zucker aus Zuckerrüben. So war es nicht mehr notwendig Zucker von den karibischen Inseln zu importieren, was dort fast zum Erliegen des Zuckerrohranbaus geführt hat. In Folge dessen, mussten dann sehr viele der unzähligen Destillerien dort schließen. Die übrig gebliebenen Destillerien professionalisierten daraufhin die Herstellungsmethoden und Produktion von Rum.
Mitte des 19. Jahrhunderts erschuf Bacardi Gründer Facundo Bacardí Massó einen besonders milden Rum, welcher sich deutlich von den bisherigen Bränden abhob und somit auch ein neues Rum-Klientel ansprach. Dieser neue, milde Rum eroberte nach der karibischen Gesellschaft schnell Europa. Durch entsprechende Marketingstrategien und Werbung, die Rum in Verbindung mit karibischem Lebensgefühl und Sonne brachten, wurde meist weißer Rum in Europa vorwiegend in Cocktails und Longdrinks, wie Rum-Cola und Mojitos verwendet.
Besonders in den letzten Jahrzehnten erfreuen sich edle, komplexe Rums allerdings auch pur immer größerer Beliebtheit. Nicht nur für interessierte Laien hat Rum mit seinen verschiedenen Aromen und vielen Gesichtern seinen Reiz gefunden. So gibt es mittlerweile auch für Rum offizielle Tastings, Events und Prämierungen, wie es sie lange nur für Whisky gab. Im 20. Jahrhundert hat Rum also endgültig sein Dasein als reine Cocktailzutat beendet und ist in der Liga der Premiumspirituosen angekommen.

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