Inhaltsstoffe

Was ist eigentlich drin im Rum?

Schaut man sich an wie Rum hergestellt wird, dann sollte nur das Destillat der Melasse, oder des Zuckerrohrsaftes und natürlich Wasser enthalten sein. Die Liste der Inhaltsstoffe würde also im Prinzip vom Umfang der von Whisky entsprechen. Auf Rum Flaschen wird man in der Regel auch keine anderen Angaben finden. Wie verschiedene Berichte der letzten Jahre aber gezeigt haben, werden Rum sehr häufig noch weitere Stoffe zugesetzt. Nachgewiesen wurden bisher Zucker, Vanillin, Glycerin und Zuckerkulör. Was es damit auf sich hat und ob das überhaupt erlaubt ist, erfahrt ihr auf dieser Seite.

Zucker

Bevor wir uns allerdings die Ergebnisse angucken, braucht es vorab noch einige Informationen, um die Werte auch interpretieren zu können.

Zunächst einmal, ist es ein wenig problematisch, dass bis auf eine Untersuchung der finnischen und schwedischen Alkoholaufsicht bzgl. des Zuckergehalts, die meisten weiteren Analysen von Privatpersonen durchgeführt wurden. Diese haben ggf. keine besondere Sachkenntnis und in aller Regel auch keine Laborbedingungen. Die Ergebnisse sind also nicht wissenschaftlich gesichert. Da es aber oft übereinstimmende Messungen von verschiedenen Personen gibt und diese sich auch mit den wenigen staatlichen Messungen decken, kann man davon ausgehen, dass die gemessen Werte weitestgehend korrekt sind. Die Messtoleranzen bei den Zuckermessungen bewegen sich im Bereich von 0-5g/l.
Die Fässer geben bei der Lagerung ebenfalls Zucker in den Rum ab. Ein geringer Zuckergehalt kann also ebenso gut auch aus langer Fasslagerung stammen. Darüber, wie viel Zucker genau allein durch die Fasslagerung in den Rum kommen kann, scheiden sich die Geister. Genau bestimmen lässt sich das aber auch nicht. Grund sind die vielen Variablen wie Fassgröße, Holzsorte, Intensität des Ausbrennens, Lagertemperatur, Lagerdauer, vorheriger Inhalt, etc.

Messungen (leider auch hier nur von Privatpersonen) bei Whisky haben einen Zuckergehalt von 0-5g/l ergeben. Da bei Whisky Zuckerzusätze definitiv verboten sind, kann oder besser sollte dort der Zuckergehalt rein von der Fasslagerung stammen. Diese Werte sind aufgrund oben angesprochener Variablen zwar nicht eins zu eins auf Rum übertragbar, daran lässt sich aber dennoch in etwa einschätzen, wie viel Zuckergehalt von reiner Fasslagerung ungefähr zu erwarten ist.
Geht man also nun davon aus, dass 0-5g Zucker pro Liter von der Reifung im Fass stammen können und die Messtoleranz bei max. 5g/l liegt, ergibt sich ein Zucker-Höchstwert von 10g/l. Da sowohl die Whiskymessungen als auch die Messtoleranzen ja keine genauen Werte darstellen, rechne ich einen „Sicherheitspuffer“ von weiteren 5g/l Zucker ein, um Niemandem voreilig etwas zu unterstellen.

Meiner Ansicht nach sind also privat gemessene Zuckermengen bis 15g/l im Rum zwar sehr hoch, aber man kann nicht mit letzter Gewissheit sagen, dass wirklich künstlich nachgeholfen wurde. Alles darüber ist dann aber ziemlich sicher nicht mehr natürlich.
Noch deutlicher wird das, wenn man diese Mengen einfach mal auf den Inhalt eines typischen Rum Fasses hochrechnet. Rum wird üblicherweise in alten Bourbon oder seltener auch in Sherry Fässern gelagert. Das sind meistens American Standard Barrel- (ASB) oder Hogshead Fässer, mit 200 und 225 Litern Fassungsvermögen.

Geht man also nun von 15g Zucker pro Liter aus, müsste ein 200l Fass 3000g, also 3Kg Zucker in den Rum abgeben. Ein 225l Fass entsprechend rund 3,38Kg Zucker. Ziemlich viel wie ich finde. Unter Laborbedingungen korrekt gemessene 15g/l Zucker würde ich also auch als „nicht natürlich“ einstufen. Da aber keine idealen Analysebedingungen gegeben sind, lasse ich das als sehr wohlwollende Obergrenze mal so stehen.

So nun aber genug des Vorgeplänkels. Wie viel Zucker wurde denn nun im Rum gemessen? Die Nachfolgende Liste wurde ursprünglich von Daniel Seehuusen auf Facebook veröffentlicht und stammt von der finnischen und schwedischen Alkoholaufsicht. Diese Werte können also als gesichert angesehen werden:

Liste offizielle Messungen

Angostura 1919 14g/l
Appleton Estate Extra 12 Years less than 3g/l
Bacardi Black 8 g/l
Bacardi Superior less than 3g/l
Barracuda Rum Silver less than 3g/l
Berrys‘ Caribbean Rum 12 Years less than 3g/l
Botran Solera 1893 Gran Reserva Añejo 9 g/l
Brugal 1888 Gran Reserva Familiar 3g/l
Brugal 1888 Gran Reserva Sherry Oak 4g/l
Cachaça 51 16g/l
Captain Morgan Jamaica Rum 3g/l
Havana Club Añejo 3 años 3g/l
Havana Club Añejo 7 años 4g/l
Havana Club Añejo Blanco 3g/l
Havana Club Añejo Reserva 3g/l
Dillon Très Vieux Rhum less than 3g/l
Diplomático Reserva 8 Años 7g/l (Diplomático = Botucal)
Diplomático Reserva Exclusiva 12 Años 41g/l (!!!) (Diplomático = Botucal)
El Dorado 15 Years 31g/l
Matusalem Solera 7 Blender less than 3g/l
Matusalem Platino 5g/l
Negrita Dark less than 3g/l
Ron Barceló Gran Añejo 5g/l
Ron Quorhum Solera 23 Years 46g/l (!!!)
Ron Zacapa Gran Reserva 41g/l (!!!)
Rum Plantation 20th Anniversary Extra Old 29g/l
Rum Plantation Grande Reserve Barbados 22g/l
The Akaya Organic White Rum less than 3g/l
Zacapa XO 26g/l

Auffällig ist, dass besonders die bekannten, hochgelobten Rums teilweise extrem hohe Mengen an Zucker aufweisen. Beispielsweise einer der in Deutschland meistverkauften Rums Botucal Reserva Exclusiva* mit 41g/l. Zum Vergleich: Das sind knapp 14 Stück Würfelzucker und in 1l Cola befinden sich 36 Zuckerwürfel.

Dieses Ergebnis haben einige Privatleute zum Anlass genommen, weitere Rums zu analysieren. Verwendet wurde dafür ein Aräometer. Das ist ein Messgerät zur Bestimmung der Dichte oder des spezifischen Gewichts von Flüssigkeiten. Das Messprinzip ist das Archimedische Prinzip, das besagt, dass ein Körper so weit in eine Flüssigkeit eintaucht, bis die Gewichtskraft der verdrängten Flüssigkeit der Gewichtskraft des eingetauchten Körpers entspricht.

Aräometer werden häufig in Weinkellereien (Mostwaage) zur Bestimmung des Mostgewichtes (Zuckergehaltes im Most) oder in Schnapsbrennereien zur Bestimmung des Alkoholgehaltes eingesetzt. Anstelle des Zuckergehaltes im Most, kann damit aber eben auch der Zuckergehalt in Rum gemessen werden.

Wer selbst auch mal den Zuckergehalt seines Rums messen möchte, hier gibts eine einfache Anleitung.

Mittlerweile wurden auf diese Weise knapp 800!! Rums und 11 Whiskys getestet. Die vollständige Liste findet ihr hier: http://rumproject.com/rumforum/viewtopic.php?t=1683

Exemplarisch habe ich nachfolgend mal einige bekannte Rums rausgesucht, damit ihr nicht die komplette Liste durchscrollen müsst:

Auszug der privaten Zuckermessungen

A.H.Riise Non-Plus Ultra Very Rare Rum: 82g/l

A.H.Riise Royal Danish Navy Rum (55%): 96g/l

Dos Maderas PX 5+5: 36g/l

Pusser’s British Navy Rum: 12g/l

Pyrat XO Reserve: 24g/l

Ron Zacapa Centenario Sistema Solera 23: 38g/l

Ron Quorhum 30 Anniv.: 34g/l

Pampero Aniversario Exclusiva: 12g/l

Opthimus 25: 35g/l

Mount Gay Extra Old: 2g/l

Flor de Cana 18: 8g/l

El Dorado 25 1980: 51g/l

Als wäre der Botucal R.E.* mit seinen 41g/l Zucker nicht schon schlimm genug, hat man sich im Hause A.H. Riise* Rum und bei den Demerara Distillers (El Dorado)* wohl gedacht „Da geht noch was!“…

Mit sage und schreibe 96g Zucker pro Liter ist der A.H. Riise Royal Danish Navy Rum* einsamer Spitzenreiter. Das entspricht exakt 32 Stücken Würfelzucker. Damit hat dieser Rum nur 12g/l weniger Zucker als Cola. Ganz nebenbei ist er damit ganz knapp an der Grenze für einen Likör. In der EU liegt die Grenze für Likör nämlich bei 100g/l Zucker.

Wahrscheinlich schon lange vorher, aber spätestens jetzt dürfte klar sein. Allein von der Fasslagerung kommen solche Werte nicht zustande.

Nachdem wir nun ziemlich sicher wissen, dass Rum nachgesüßt wird, bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen. Ist das überhaupt erlaubt? Bei Whisky ist es doch auch verboten?

Geht man nach der Verordnung (Eg) Nr. 110/2008 des europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Januar 2008, darf meinem Verständnis nach Zucker zugesetzt werden. In Anhang 2 ist unter den besonderen Bestimmungen für Rum nämlich kein entsprechendes Verbot zu finden. Das ist besonders wichtig, weil vorher unter Absatz 5 nämlich folgendes zu finden ist:

„(1) Unbeschadet der spezifischen Bestimmungen für die einzelnen Kategorien mit den Nummern 1 bis 14 in Anhang II gilt für die darin definierten Spirituosen Folgendes:

[…] e) sie werden nur gesüßt, um entsprechend Anhang I Nummer 3 den endgültigen Geschmack des Erzeugnisses abzurunden. Über die zulässigen Höchstwerte der in Anhang I Nummer 3 Buchstaben a bis f aufgeführten zur Geschmacksabrundung verwendeten Produkte wird nach dem in Artikel 25 Absatz 3 genannten Regelungsverfahren mit Kontrolle entschieden. Den einschlägigen Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten ist Rechnung zu tragen.“

Soweit ich das sehe, gibt es also keine festgelegten Höchstwerte für zugesetzten Zucker. Da der Hersteller den endgültigen Geschmack bestimmt, dürfte der Spielraum für Zucker also nahezu unbegrenzt sein.

Das kann man jetzt finden wie man will, aber es ist tatsächlich gesetzlich erlaubt Rum zu süßen.

Zuckerkulör

Kommen wir nun zum Zuckerkulör. Zuckerkulör dient zum Färben und ist nicht wie der Name vermuten lassen würde süß, sondern bitter. Auch reichen bereits wenige Tropfen aus um die typische braune Färbung von Rum zu erreichen

Ebenso wie beim Zucker ist auch der Einsatz von Zuckerkulör gesetzlich erlaubt. In der oben genannten EU Verordnung heißt es nämlich ebenfalls unter Artikel 5:

„d) sie enthalten nur zugesetzte Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe“

Und zusätzlich in Anhang 2 für Rum explizit:

Rum darf nur zugesetzte Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe enthalten

Es darf also nicht mit beliebigen Stoffen gefärbt werden, aber mit Zuckerkulör eben schon.

Beim Zuckerkulör gibt es allerdings dennoch Einschränkungen. So darf Zuckerkulör als Zusatzstoff gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 nur zugelassen werden, wenn „Verbraucher durch ihre Verwendung nicht getäuscht werden“. Oder mit anderen Worten, es darf durch den Farbstoff keine Eigenschaft eines Produktes vorgetäuscht werden.

Nun ist aber auch das, wie so oft, sicher wieder Auslegungssache. Meiner Ansicht nach wird Zuckerkulör beim Rum aber nicht nur zur einheitlichen Farbgebung verwendet, sondern auch um eine möglichst lange Fasslagerung zu suggerieren. Ob man das nun als vorgetäuschte Eigenschaft empfindet, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.Da Zuckerkulör aber als Farbstoff den Nummern E150a bis E150d zugeordnet ist, besteht außerdem eine Deklarationspflicht. Diesen Hinweis finde ich allerdings auch nur auf sehr wenigen Rum Flaschen.

Der Einsatz ist also grundsätzlich erlaubt, mit der Deklarationspflicht nehmen es viele Hersteller dann aber nicht mehr so genau. Ein solcher Hinweis wie in der Abbildung Links beim Zacapa 23 müsste nämlich eigentlich bei jedem Rum mit Zuckerkulör zu finden sein.

Vanillin & Glycerin

Glycerin ist farb- und geruchlos und schmeckt leicht süßlich. In Spirituosen und somit auch im Rum wird es dazu verwendet um die Alkoholschärfe ein wenig zu mildern und den Rum damit „weicher“ zu machen. Als Lebensmittelzusatzstoff trägt Glycerin das Kürzel E422 und ist damit Deklarationspflichtig.

Vanillin ist der Hauptaromastoff in den Kapselfrüchten der Gewürzvanille und der weltweit mengenmäßig der wichtigste Aromastoff. Er wird in Lebensmitteln, Getränken, Speiseeis, Backwaren und Schokolade, sowie in der Parfüm- und Pharmaindustrie verwendet.

Nachdem klar war, dass Rum nachgesüßt wird, hat ein französischer Blogger einige Rums in einem Labor auf weitere enthaltene Stoffe untersuchen lassen. Das erschreckende Ergebnis seht ihr in der Tabelle:

Tabelle mit Gehältern von Glycerin, Zucker und Anderen Inhaltsstoffen in Rum
Quelle und weitere Informationen: http://durhum.com/here-we-rum/

Zu Glycerin und Vanillin gibt es leider nicht so viele Untersuchungen, da das für Privatpersonen nicht so leicht messbar ist. Vorerst ist die Tabelle oben also recht überschaubar, doch selbst bei dieser kleinen Auswahl gibt es schon einige Treffer bei den Zusatzstoffen.

Neben Zucker und Zuckerkulör findet also wohl auch Glycerol (Glycerin) und Vanillin seinen Weg in den Rum.

Ist das ebenfalls erlaubt? Werfen wir doch noch einmal einen Blick in die EU Verordnung Nr. 110/2008. Zu Glycerin kann ich dort keinerlei explizite Einschränkung finden und auch sonst weist für mich keine Formulierung auf ein Verbot hin. Der Zusatz von Glycerin im Rum ist meiner Auffassung nach also erlaubt. Deklariert wird es aber leider von allen Herstellern ebenfalls nicht.

Anders sieht es aber bei Vanillin aus. Denn Vanillin ist wie wir wissen ein Aromastoff und dazu heißt es in der Verordnung in Anhang 2 für Rum wörtlich:

Rum darf nicht aromatisiert werden.“

Diese Aussage ist ziemlich eindeutig würde ich sagen. Auch habe ich keine Einschränkung dieser Regel an anderer Stelle finden können. Hier würde ich also sagen, dass der Zusatz von Vanillin verboten ist. Nun ist es allerdings so, dass auch durch das (Eichen)Holz der Fässer Vanillin freigesetzt wird und in den Rum gelangt. Die genauen Mengen, welche so auf natürlichem Weg freigesetzt werden können, sind aber nicht bekannt. Wie beim Zucker, kann man aber davon ausgehen, dass es keine Massen sein werden. Die verhältnismäßig niedrigen Werte beim Botucal*, Botran* und Zacapa* könnten also auch aus Fasslagerung stammen. Die 359mg/l Vanillin beim Don Papa* hingehen lassen starke Zweifel am natürlichen Ursprung aufkommen.

Da es anscheinend von offizieller Stelle kein all zu großes Interesse an einer Kontrolle gibt und Analysen von Privatleuten wohl wenig Gewicht haben dürften, läuft dieser Punkt aber offensichtlich unter dem Motto „Wo kein Kläger, da kein Richter“.

Andere Geschmacksbeeinflussungen

Es gibt auch bereits einige Berichte, dass Fruchtzugaben in Maischen für Rums üblich sind. Darüber werden dann spezielle Hefen in die Maische gebracht. Die Früchte selbst geben ihr Aroma aber natürlich auch noch in die Maische ab und verändern so den Geschmack. Anders sind die intensiven Aromen in manchen Rums auch schlecht zu erklären. Gesicherte Aussagen gibt es dazu aber nicht, womit dieser Punkt rein spekulativ ist.

Allerdings ist es natürlich auch möglich, dass neben Vanillin und Glycerin nachträglich auch noch weitere Stoffe/Aromen ihren Weg in den Rum finden, die da eigentlich gar nicht sein dürften. Die Ergebnisse oben und damit die bisherige Praxis vieler Hersteller begünstigen diesen Gedanken ja leider auch.

Ergebnis

Das Ergebnis zur Recherche der Inhaltsstoffe im Rum ist ziemlich ernüchternd. Strenge Reglementierungen wie beim Whisky, gibt es für Rum leider nicht. Und die Wenigen die es gibt, werden so wie es sich darstellt oft nicht beachtet.

Klar kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass es doch alles kein Problem ist, solange es schmeckt. Und das Rum kein gesundes Getränk ist, dürfte wohl ebenfalls klar sein.

Grundsätzlich sehe ich das auch so, allerdings stört mich die fehlende Transparenz. Das Rum nachträglich verschiedene Stoffe zugesetzt werden, finde ich erst einmal nicht so tragisch. Besonders auch weil diese Zusätze als unbedenklich gelten und in vielen anderen Lebensmitteln ebenfalls vorhanden sind. Ich würde es aber einfach gern wissen. Ich möchte einfach die Freiheit haben, bewusst zu entscheiden was ich zu mir nehme. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Verkaufszahlen von Rum so extrem einbrechen würden, wenn die genauen Inhaltsstoffe drauf stehen würden. Cola und Co. verkauft sich doch auch blendend trotz klarer Deklaration.

Da das aber nicht der Fall ist, ist man quasi gezwungen davon auszugehen, dass jeder erhältliche Rum nachträglich verändert wurde bis das Gegenteil bewiesen ist. Denn das auf der Flasche nichts angegeben ist, sagt ja leider wie wir gesehen haben gar nichts aus. Das ist schade und trägt natürlich weiter zum schlechten Image von Rum im Vergleich zu Whisky bei.

Man kann sich bei Rum also eigentlich nur auf den eigenen Geschmack verlassen. Dabei lässt sich ganz grundlegend festhalten, dass der erste Eindruck da wohl meistens auch der Richtige ist. Schmeckt man als erstes, dass ein Rum süß ist, kann man davon ausgehen, dass Zucker zugesetzt wurde. Schmeckt man (zu) intensive Aromen, muss man sich nur Fragen, wie realistisch es ist, dass diese allein aus Destillation und einer Reifung im Fass kommen können? Hier wären der Don Papa 7 oder Pyrat XO Reserve so Beispiele für intensive, künstlich wirkende Aromen, welche so wohl eher weniger allein durch Fassreifung entstehen können. Wer die mal probiert hat, weiß sofort was ich meine. Im Falle vom Don Papa ist dies ja sogar auch bestätigt. Mit 359mg/l laut Labortest ist ja eine ordentliche Menge Vanillin zugesetzt worden.

Alternativen

Wer einen möglichst unbehandelten Rum haben möchte, wird am ehesten noch bei unabhängigen Abfüllern (UA) fündig. Bis auf Plantation Rums* sind die meisten anderen hier nicht so extrem auf Mainstream ausgelegt und verzichten auch überwiegend auf Zucker. Das spiegelt sich auch in den Testergebnissen der oben verlinkten Liste wieder. Bei den Rums von unabhängigen Abfüllern wurden fast ausschließlich Werte von 0-5g/l Zucker gemessen. Wenn schon kein Zucker zugesetzt wird, kann man meines Erachtens nach davon ausgehen, dass auch sonst (außer ggf. Zuckerkulör) nichts zugesetzt wurde.

Aber auch einige original Abfüller (OA) verzichten auf Zusätze. Dort muss man allerdings schon etwas genauer hingucken. Als positives Beispiel kann man hier die Mount Gay Destillerie* nennen, welche auch gleichzeitig die älteste bekannte Destillerie ist und traditionell im Pot Still Verfahren destilliert.

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