J. Bally Vieux 12 Jahre Agricole Tasting

Gesamtwertung

84/100

Datenblatt

Herkunft: Martinique
Destillerie: J. Bally
Alter: 12 Jahre

Herstellungsverfahren: Blend (Da keine Angabe vermutlich ein Blend. Das Solera Verfahren wird bei Agricoles nicht verwendet.)
Rohstoff: Zuckkerrohrsaft
Alkohol: 45%

Preis: EUR 64,90*.

Bekannte zugesetzte Stoffe: Zuckerkulör

 

  • Geruch 87%
  • Geschmack 83%
  • Süße 10%
  • Milde 88%
  • Preis / Leistung 70%
  • Gesamt 79%
P

Sehr mild

P

Einsteigerfreundlich

P

Gutes P/L Verhältnis

O

Wenig interessant




Zusammenfassung

Der J. Bally Vieux 12 Jahre ist ein sehr milder, angenehm zu trinkender Agricole. Auch Agricole Neulinge können hier beruhigt zugreifen, denn Fehlnoten oder extreme Geschmacksausschläge sind nicht zu erwarten. Das ist allerdings gleichzeitig auch der größte Kritikpunkt. Unterm Strich ist er nämlich solide, aber eben doch auch wenig komplex und dadurch auf Dauer etwas langweilig. Für einen Preis von EUR 64,90* aber durchaus einen Blick wert.

=

Erster Eindruck

Da ich selbst nur ein Sample habe, möchte ich hier gar nicht viel zu schreiben. Ich kann mir nämlich selbst nur die Bilder angucken. Die pyramidenförmige Flasche ist allerdings ein Hingucker und Kenner erkennen daran sofort die J. Bally Rums. Anhand der Bilder finde ich die Flasche ganz ansprechend und für den Preis auch angemessen. Aber seht selbst:

*

Sehr milder und angenehmer Agricole ohne große Besonderheiten.

=

Geruch

Der J. Bally Vieux 12 Jahre riecht wie bei einem Agricole nicht anders zu erwarten nach Gras und Heu. Das ist aber glücklicherweise noch nicht alles. Dazu kommen noch Holz, recht deutlich Vanille, Würze, Mandeln, wobei der Geruch hier auch schon fast eher in Marzipan übergeht, Zitrusfrüchte, leicht Kirsche und ein wenig Uhu. Der Uhu Geruch ist dabei aber nicht von einer alkoholisch scharfen Note begleitet, wie es normalerweise der Fall ist. Ganz Im Gegenteil, der J. Bally hat einen außerordentlich milden Geruch. Der Alkohol ist selbst frisch im Glas kaum wahrzunehmen.
Alles in allem ein typischer grasiger Agricolegeruch, vermischt mit Vanille und einigen Fruchtnoten. Ich finde den Geruch ausreichend komplex, sehr mild und angenehm. Deshalb verdiente 87 Punkte.

=

Geschmack

Nach dem typischen Agricolegeruch ist der Geschmack des J. Bally Vieux 12 Jahre nun keine Überraschung. Auch im Mund finden sich die klassischen grasigen Agricolenoten. Neben Gras und Heu hält aber auch der Geschmack noch etwas mehr bereit. Zu finden sind noch Würze, Holz, moderate Bitterstoffe und auch hier wieder etwas Kirsche. Dann wird die Luft allerdings auch schon merklich dünner, denn die im Geruch noch deutlich vorhandene Vanille ist hier nur noch in Nuancen vorhanden. Das gleiche Schicksal hat leider auch die Zitrusfrüchte ereilt. Holz, Würze und der typische grasige Geschmack, der an Heu erinnert sind hier klar die dominanten Parts. Dafür hält sich aber der Alkohol auch im Mund genauso zurück wie in der Nase. Der J. Bally Vieux 12 Jahre ist wirklich sehr mild. Zwar hat er auch „nur“ 45%, aber dennoch sind die hier hervorragend eingebunden.

Der Abgang ist recht lang und wird begleitet von Würze, Holz, etwas mehr Bitterstoffen und Heu. Nach einigen Minuten dann nur noch Heu und zusätzlich noch leichte Fruchtnoten.

Geschmacklich ein guter, herber, sehr milder Agricole ohne Fehlnoten. Für meinen Geschmack hat die Komplexität Gegenüber dem Geruch aber einen Tick zu stark abgenommen. Da hat die Nase mehr versprochen. Ich glaube hier hätten ein paar Prozent Alkohol mehr vielleicht den entscheidenden Unterschied gemacht. Etwas weniger Milde zugunsten von höherer Komplexität und etwas mehr Dampf wäre sicher nicht der schlechteste Tausch gewesen. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, denn auch so bleibt der J. Bally ein guter Agricole, den ich immer mal wieder gerne trinke.

=

Preis / Leistung

Für einen 12 jährigen, gut trinkbaren soliden Agricole von J. Bally sind EUR 64,90* ein guter und fairer Preis. Ist in meinen Augen jetzt kein super Schnäppchen, aber absolut angemessen und von daher verdiente 70 Punkte.

=

Blindkauf ?

Wer Agricoles bereits kennt, kann locker blind zugreifen, denn hier bekommt man eben einen klassischen, guten Agricole, ohne große Überraschungen. Wer bisher nur „normalen“ Rum getrunken hat und mal in die Welt der Agricoles reinschnuppern will, der kann hier aus demselben Grund ebenfalls blind zugreifen. Im Hinterkopf solltet ihr dann aber haben, dass Agricoles ganz anders als normaler Rum schmecken und besonders den Leuten, die gerne gesüßten Rum trinken, lege ich stark ein Sample ans Herz.

Geschmacklich vergleichbar ist er mit vielen anderen Agricoles, da er keine großartigen Besonderheiten aufweist. So sind seine jüngeren Brüder J. Bally Vieux 3* & 7 Jahre* natürlich vergleichbar, aber auch die Neisson Rhums* sind geschmacklich nicht so weit entfernt. Die Clement Agricoles* unterscheiden sich da schon deutlich mehr wie ich finde.




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