Pusser’s British Navy Nelson’s Blood 15 Jahre Rum Tasting

Gesamtwertung

65/100

Datenblatt

Herkunft: Jungferninseln, Trinidad, Guyana

Hersteller / Destillerie: Pusser’s West Indies Ltd.

Alter: 15 Jahre

Herstellungsverfahren: Blend aus 6 Rums

Preis: EUR 59,99 *

Alkohol: 40%

Bekannte zugesetzte Stoffe: Zuckerkulör, 12g/l Zucker (noch innerhalb der Messtoleranz)

  • Geruch 30%
  • Geschmack 65%
  • Süße 40%
  • Milde 55%
  • Preis / Leistung 65%
  • Gesamt 65%
P

Stimmiges Gesamtbild

P

Wenig gesüßt

O

Potential mehr im Abgang

Zusammenfassung

Ich mag lieber Rums, die etwas süßer sind als der Pusser’s British Navy Nelson’s Blood und stehe im Allgemeinen auch nicht so sehr auf bittere Noten. Er wird also bestimmt nicht mein persönlicher Lieblingsrum. Davon abgesehen ist er aber solide, selbst für Leute die lieber süße(re) Rums mögen noch gut trinkbar und mit interessanten Aromen. Meiner Meinung nach eine Bereicherung für jede Rum Sammlung. Er ist zwar grundsätzlich schon auf den Massenmarkt ausgelegt, aber geschmacklich ist er noch nicht vollständig geschliffen, wie man das bei Mainstream Rums sonst so kennt. Das merkt man auch bereits am Geruch, wo doch schon recht deutliche Esternoten (Estergeschmack lässt sich am ehesten als leicht säuerlich, vergoren, schwefelig, teilweise auch leicht fischig beschreiben. Für die meisten Menschen ein eher unangenehmer Geruch und Geschmack. Manche mögen aber auch gerade das. Ester bilden eine Stoffgruppe organischer Verbindungen, die durch die Reaktion einer Sauerstoffsäure und eines Alkohols unter Abspaltung von Wasser, also einer Kondensationsreaktion, entstehen.) mit durch kommen, die ja nun nicht Jedermanns Sache sind. Im Geschmack findet man Ester allerdings nur noch unterschwellig, sodass es auch für Leute, die diese Geschmacksrichtung nicht mögen, noch in Ordnung sein dürfte.

Für Einsteiger ist er aber denke ich eher weniger geeignet, da er schon etwas kräftiger und rauer ist. Das spiegelt auch das komplette Gesamtpaket wieder. Die Flasche suggeriert mit ihrem rustikalen Design schon von vorne herein etwas nicht komplett weichgespültes. Man erwartet also bereits vor dem Öffnen keinen übermäßig gefälligen Rum. Für Rum Freunde, welche aber bereits die ersten Erfahrungen mit „premium“ Rums gemacht haben, kann der Pusser’s British Navy Nelson’s Blood ein schöner erster Schritt aus dem tristen Mainstream heraus sein. Dabei bleibt er aber noch gemäßigt genug um Niemanden zu verschrecken.

=

Erster Eindruck

Vor jedem Tasting gucke ich mir erst einmal das Produkt an und gebe eine Einschätzung zu meinem ersten Eindruck.

Der Pusser’s British Navy Nelson’s Blood sieht aus wie für echte Seeleute, retro Design, rustikal und auf das Wesentliche reduziert. Der Rum hat eine ziemlich dunkle Farbe, welche aber optisch gut passt und mit dem erweckten Image gut harmoniert. Die Flasche hat eine einfache, bauchige Form ohne Extravaganzen. Der Korken ist echt, der braune Deckel ist aber aus Kunststoff. Dieser wirkt aber nicht billig. Da wirken die glänzend silbernen Plastikdeckel beispielsweise vom Ron Quorhum 30 oder Unhiq XO schon billiger. Wenn man sich die Flasche anguckt erwartet man etwas kräftiges, raues und das bekommt man auch. Allerdings so weit gezähmt, dass es für die meisten Menschen problemlos trinkbar ist.

Guter Spagat zwischen Mainstream und rauem Seefahrer Rum.

=

Geruch

Der Geruch des Pusser’s British Navy Nelson’s Blood ist entgegen meiner Erwartung kaum sprittig, allerdings riecht man doch recht deutlich Esternoten (Estergeschmack lässt sich am ehesten als leicht säuerlich, vergoren, schwefelig, teilweise auch leicht fischig beschreiben. Für die meisten Menschen ein eher unangenehmer Geruch und Geschmack. Manche mögen aber auch gerade das. Ester bilden eine Stoffgruppe organischer Verbindungen, die durch die Reaktion einer Sauerstoffsäure und eines Alkohols unter Abspaltung von Wasser, also einer Kondensationsreaktion, entstehen.) heraus. Esteraromen sind nun so gar nicht mein Fall und deswegen vergebe ich für den Geruch keine hohe Punktzahl. Es gibt zwar Leute, die gerade Esteraromen besonders mögen, der Großteil der Menschen aber meiner Erfahrung nach nicht. Sieht man sich die Rum Bestseller bei verschiedenen Shops an, dürfte ich mit meiner Meinung auch nicht ganz falsch liegen. Für die Meisten ist meine Einschätzung also wohl übertragbar. Davon abgesehen ist er ein wenig holzig bis rauchig und ansonsten der typische Rum Geruch.

=

Tasting

Kräftig, dezent rauchig, hintergründig etwas Karamell und sehr leichte Esternoten. So würde ich den Geschmack des Pusser’s British Navy Nelson’s Blood kurz zusammenfassen. Der Estergeruch findet sich im Geschmack wirklich nur ganz minimal wieder. Wie schon beim Geruch beschrieben, bin ich kein Fan von Esteraromen. Diese sind normalerweise auch eher typisch für Rum aus Jamaika und nicht für die Herkunftsländer der Rums die hier vermählt wurden. Beim Pusser’s sind die Esteraromen aber (zum Glück) nur hintergründig und damit ist er auch, wenn man diese Aromen nicht mag, gut trinkbar. Einige Bitterstoffe gesellen sich im Mund ebenfalls dazu. Je länger man den Rum im Mund lässt, desto mehr. Zwar generell ein Süßrum, die Süße hält sich aber durchaus in Grenzen und ist keineswegs vergleichbar mit einem Botucal Reserva Exclusiva, Ron Zacapa 23 und ähnlichen.

Der Abgang ist lang und der Alkohol brennt gut im Hals nach, aber nicht im Mund und auch nur wenig beim Runterschlucken. Im Mund bleibt neben wenigen Bitterstoffen ein leichtes Raucharoma über. Die Alkoholschärfe finde ich hier etwas schwierig zu beurteilen, da der Pusser’s im Mund und beim Runterschlucken erst einmal nicht so scharf ist. Im Mittelfeld würde ich sagen. Im Hals allerdings brennts doch unerwartet nach.

Insgesamt finde ich den Pusser’s lecker, allerdings nur wenn man ihn schnell runter schluckt. Je länger er im Mund verbleibt, desto mehr kommen die Bitterstoffe und der Alkohol zum Vorschein und verdrängen die ansonsten guten Aromen.

=

Preis / Leistung

Der Pusser’s British Navy Nelson’s Blood ist kein Schnäppchen, aber für einen kleinen Hauch von dem, was es abseits des Mainstreams zu entdecken gibt, geht der Preis noch in Ordnung für das Gebotene.

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Blindkauf ?

Für Leute, die es auch gern mal ein wenig rauer mögen, ihren Horizont etwas erweitern wollen, oder denen Botucal, Zacapa, A.H. RIISE und co. einfach zu süß ist, würde ich sagen ist ein Blindkauf kein Problem. Der Geschmack ist nicht so exotisch oder extravagant, dass man ihn unbedingt vorab probieren müsste. Ich persönlich trinke ja auch gerne süße Rums, aber dennoch habe ich meinen Blindkauf des Pusser’s nicht bereut.

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