Pyrat XO Reserve Rum Tasting

Gesamtwertung
40/100
Hier gibts das Video zum Tasting!

Datenblatt

Herkunft: Anguilla

Destillerie: Planters Destillerie

Blend & Abfüllung: Demerara Distillers Guyana

Vertrieb: The Patrón Spirits Company

Alter: bis zu 15 Jahre

Ausgangsstoff: Melasse

Destillationsmethode: Pot Still & Column Still

Herstellungsverfahren: Blend

Preis: EUR 29,99 *

Alkohol: 40%

Bekannte zugesetzte Stoffe: Zuckerkulör, 24g/l Zucker

  • Geruch 55%
  • Geschmack 40%
  • Süße 60%
  • Milde 40%
  • Preis / Leistung 30%
  • Gesamt 40%
O

Möglicherweise aromatisiert

O
Sehr einfach
O
Nachgesüßt
O
Recht scharf
O
P/L unterdurchschnittlich

Zusammenfassung

Schade, das war wohl nichts. Dabei ist die Flasche und die ganze Aufmachung des Pyrat XO Reserve Rum wirklich sehr gelungen. Aber dieser alkoholisch scharfe, künstliche Geschmack nach Orangeat ist leider kein Aushängeschild für guten Rum. Meiner Meinung nach müsste hier eher „Spiced Rum“ auf der Flasche stehen, denn natürlich wirkt ein solches Aroma nicht. Ob es nun durch Fruchtzugaben in der Maische entstanden ist, oder nachträglich künstlich hinzugefügt wurde, ist leider unklar. Der zugesetzte Zucker macht ihn zwar einigermaßen trinkbar, aber das kann ja wohl nicht das Ziel sein, bei einem Rum für über 30€. Für Rumfreunde kann ich hier keine Kaufempfehlung aussprechen. Der Pyrat XO Reserve Rum, kommt wie auch schon der Don Papa eher in die Kategorie „0-8-15 Dessertschnaps“ und sicher nicht in die Riege der premium Rums.
Rum Einsteiger sollten sich stattdessen lieber das hier mal ansehen.

=

Erster Eindruck

Vor jedem Tasting gucke ich mir erst einmal das Produkt an und gebe eine Einschätzung zu meinem ersten Eindruck.

Der erste Eindruck des Pyrat XO Reserve Rum ist bei mir sehr gut. Die sehr bauchige, schwere Flasche sieht wirklich gut aus. Im Glas sind überall kleine Luftbläschen eingeschlossen, welche im Licht funkeln. Zusammen mit dem nahezu orangefarbenen Rum sieht das toll aus. Dazu das orangene Stoffband um den Flaschenhals, ein kleines Etikett mit einigen Informationen zum Rum und natürlich noch der Metallanhänger mit der Abbildung von HOTI, dem Zen-Schutzpatron der Wahrsager, kleinen Kinder und Barkeeper. Diese kleinen Details machen die Flasche schon zu einem echten Hingucker. Der große Echtholzkorken rundet das Design gut ab. Rein optisch gibts da aus meiner Sicht nichts zu meckern.

Die volle Dröhnung Orangeat. Dazu bitter und scharf. Das geht besser
=

Geruch

Der Pyrat XO Reserve Rum riecht, selbst nach einigen Minuten im Glas, noch deutlich nach Alkohol. Aber auch der Alkohol kommt nicht gegen den extremen Geruch nach Mandarine und Orange, oder besser noch Orangeat an. Dennoch ist es insgesamt ein süßlicher Geruch, wenn auch stark zitruslastig. Sonst lässt sich da nicht viel mehr herausriechen, was aber auch daran liegt, dass der Orangeatgeruch wirklich SEHR deutlich ist und neben dem Alkohol alles andere, was vielleicht noch da sein könnte, einfach völlig übertüncht. Für sich genommen ist der Geruch eigentlich ganz gut, wenn man mal von der sprittigen Note absieht. Nur geht es hier eben um den Geruch eines Rums. Und das es ein Rum ist, riecht man hier eigentlich kaum noch heraus. Könnte vom Geruch her genauso gut irgendein Likör sein.
Bei diesem Geruch kann man schon mal hinterfragen, ob das so natürlich sein kann? Für mich riecht er jedenfalls einfach viel zu intensiv und leider eben auch zu künstlich.

=

Tasting

Tja, was soll ich dazu sagen… Leider hat der Geruch nicht zu viel versprochen. Was beim ersten Schluck des Pyrat XO Reserve als erstes auffällt ist der scharfe Alkohol. Trotz nur 40% hat der sogar kurz bereits auf der Zunge gebrannt. Nahezu zeitgleich kommt dann das vom Geruch bekannte Orangeat quasi wie mit der Faust ins Gesicht. Es schmeckt einfach extrem intensiv nach Orange / Orangeat. Leider aber nicht positiv, denn es schmeckt unglaublich künstlich. Und als wäre das nicht genug, gibts dann zusätzlich auch noch eine gute Portion Bitterstoffe, welche im Abgang noch einmal deutlich intensiver werden. Dagegen kommen selbst die 24g/l Zucker nicht an. Der Zucker wiederum ist hier glaube ich tatsächlich auch das Einzige, was dafür sorgt, dass man den Pyrat XO Reserve überhaupt noch einigermaßen trinken kann. Neben den Bitterstoffen gibt der Abgang außer einigen Rückständen von Orangeat auch nicht viel mehr her. Entsprechend kurz fällt er aus.
Beim Geruch wars eigentlich schon klar, aber spätestens beim Geschmack bleibe ich bei meinem persönlichen Eindruck, dass hier nicht nur mit Zucker nachgeholfen wurde. Allein aus Fruchtzugaben zur Maische kann ich mir ein solches Aroma schlecht vorstellen. Leider habe ich noch keine entsprechenden Messungen zum Pyrat gefunden. Er wurde bisher, wie die meisten anderen Rums auch, nur auf den Zuckergehalt hin untersucht.
Wer gern Orange / Orangeat mag, mit ein paar Bitterstoffen leben kann und bei den Inhaltsstoffen nicht so genau hin gucken möchte, findet hier bestimmt einen schönen Begleiter. Ich bin allerdings der Meinung, das geht besser.

=

Preis / Leistung

Hier lässt sich im Prinzip das wiederholen, was ich auch schon beim Don Papa 7 geschrieben habe. Für diesen Preis absolut nicht empfehlenswert. Der Rum ist als solcher vor lauter übermäßigem Aroma eigentlich kaum noch zu erkennen. Dazu ist er bitter und für 40% ziemlich scharf. Für das Geld gibt es weitaus bessere Alternativen. Schaut euch einfach hier auf der Seite mal um, da werdet ihr in den Tastings einige mit deutlich besserem P/L Verhältnis finden. Und für Rum Einsteiger, die auf der Suche nach vernünftigen Rums für den Anfang sind, gehts hier entlang.

=

Blindkauf ?

Würde ich nicht empfehlen. Dieses ggf. künstliche Aroma nach Orangeat ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Auch Leute, die empfindlich im Bezug auf die Alkoholschärfe sind, sollten lieber vorab einmal probieren. Da der Pyrat XO geschmacklich allerdings sowieso kaum noch etwas mit Rum zu tun hat, würde ich hier eigentlich generell eher vom Kauf abraten. Zumindest, wenn man auf der Suche nach einem guten Rum ist.

Geschmacklich vergleichbar ist der Pyrat XO Reserve, was die künstlichen Aromen angeht, am ehesten noch mit dem Don Papa 7. Die schmecken zwar beide sehr unterschiedlich, sind aber eben auf ihre Weise extrem.

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