Santa Teresa 1796 Rum Tasting

Gesamtwertung

70/100

Hier gibts das Video zum Tasting!

Datenblatt

Herkunft: Venezuela

Hersteller / Destillerie: Hacienda Santa Teresa

Alter: Einzeldestillate min. 15 Jahre

Herstellungsverfahren: Solera

Preis: EUR 38,90 *

Alkohol: 40%

Bekannte zugesetzte Stoffe: Zuckerkulör, 7g/l Zucker

  • Geruch   72%
  • Geschmack 65%
  • Süße 35%
  • Milde 72%
  • Preis / Leistung 60%
  • Gesamt   70%
P

Starke Holzeinflüsse

P

Recht mild

O

Moderat nachgesüßt

O

Kaum Alleinstellungsmerkmale

 

Zusammenfassung

Der Santa Teresa 1796 ist ein solider Solera Rum, mit komplexem Geruch und moderatem Zuckerzusatz. Der Geschmack kann der Komplexität aber leider nicht ganz gerecht werden und wird durch starke Holznoten und der damit einhergehenden Würzigkeit dominiert. Die Lagerung in Fässern aus Limousin Eiche scheint aber jedenfalls keine reine Marketinggeschichte zu sein.
Insgesamt für den Preis ein guter Rum, aber leider ragt er eben auch nicht sonderlich aus den anderen Solera Rums für 30-40€ heraus.

=

Erster Eindruck

Die Verpackung und Flasche des Santa Teresa 1796 sind für 38€ definitiv in Ordnung. Die hohe, schmale Flasche mit ihren auf alt getrimmten Etiketten machen gut was her. Der Blickfang ist natürlich der mit Wachs übergossene Deckel, welcher noch einmal die auf alt getrimmte Optik unterstreicht und wirklich edel wirkt. Beim Öffnen stellt man dann aber fest, dass es wohl eher Kunststoff als Wachs ist und das Ganze auch etwas unpraktisch in der Handhabung ist. Hat man den Kunststoff / Wachs Überzug erst entfernt, kommt ein sehr günstig wirkender Plastikdeckel zum Vorschein, an dem aber immerhin ein echter Korken hängt. Das ist aber wirklich Meckern auf hohem Niveau. Die Aufmachung wird dem Preis insgesamt mehr als gerecht und somit eignet sich dieser Rum auch hervorragend zum Verschenken.

Viel Holz und etwas Karamell. Alles Andere geht dabei leider ein wenig unter

=

Geruch

Der Geruch des Santa Teresa 1796 ist nicht sonderlich intensiv. Erinnert ein wenig an Rum aus Barbados. Dafür ist er aber, selbst frisch im Glas, auch kaum alkoholisch scharf. Er riecht fruchtig nach Pflaumen und Datteln, aber auch ein wenig undefiniert herb. Ebenfalls zu vernehmen ist eine hintergründig süßliche Note mit ganz leichten Vanilletönen. Die Lagerung in Fässern aus Limousin Eiche hat es schon vermuten lassen und der Geruch bestätigt es mit einer gut erkennbaren holzigen Würzigkeit. Damit ist der Geruch schon ziemlich komplex, insgesamt aber dennoch recht unspektakulär, weil die würzigen Noten vieles überlagern und das meiste nur ganz leicht und hintergründig zum Vorschein kommt. Man muss sich schon Zeit nehmen und genau riechen, damit man mehr entdeckt. Hier spielt sich also kein Feuerwerk der Aromen in der Nase ab.

=

Tasting

Der Geschmack des Santa Teresa 1796 ist geprägt von sehr viel Eiche und die dadurch bedinge starke Würzig- und Bitterkeit. Besonders im Abgang wird das noch einmal besonders deutlich, wenn auch nicht übermäßig. Es gibt allerdings auch eine gut schmeckbare Toffee-Karamellnote, welche im Geruch fehlte. Die Vanille und Fruchtigkeit aus dem Geruch sind dafür allerdings im Geschmack komplett weg. Die gemessenen 7g/l Zucker kann ich beim Geschmack bestätigen. Die Süße ist schmeckbar, sie erschlägt einen aber nicht und fügt sich gut in den Geschmack ein. Während der Geruch noch nahezu frei von alkoholischer Schärfe war, ist der Alkohol im Geschmack leider doch präsent. Zwar nicht übermäßig scharf und auf gut trinkbarem Niveau, aber eben doch mehr als ich nach dem Geruch erwartet hatte.
Im eher kurzen Abgang kommen, neben der Würzigkeit, zurückhaltend noch Noten von Leder und Tabak hinzu.
Insgesamt hat der Santa Teresa 1796, trotz süßlicher Toffeearomen einen eher bitter-herben Geschmack und ist damit auch deutlich weniger komplex als erhofft.

=

Preis / Leistung

Mit rund 38€ ist der Rum grundsätzlich nicht zu teuer. Aber er ist eben auch nicht wirklich außergewöhnlich. Man bekommt weitestgehend einen Solera Rum mit „Standardaromen“. Die starke Holzwürzigkeit ist das Einzige was man etwas hervor heben könnte, da diese Intensität nicht unbedingt jeder 0-8-15 zu Stande bringt. Alles in allem würde ich sagen, ist der Preis noch angemessen.

=

Blindkauf ?

Der Santa Teresa 1796 ist zwar nicht großartig extravagant, aber schon recht würzig und spürbar bitter von der Fasslagerung. Somit wahrscheinlich nicht unbedingt jedermanns Sache. Die moderaten 7g/l Zucker reichen hier nicht aus, um diesen Geschmack völlig auf Mainstream Niveau zu bringen. Wer bisher also nur gesüßten Rum kennt, probiert vorher lieber mal. Alle Anderen können ihn eigentlich auch blind kaufen.

Geschmacklich vergleichbare Rums wären hier meiner Meinung nach der Captain Bligh XO, wenn auch mit mehr Alkoholschärfe, der Doorly’s XO (etwas bitterer) und der Foursquare Port Cask Finish, wobei der deutlich weniger würzig ist. Das Geschmacksprofil ist aber grundsätzlich ähnlich.

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