Velier Foursquare Triptych Tasting

Gesamtwertung
79/100

Datenblatt

Herkunft: Barbados
Destillerie: Foursquare
Abfüller: Velier
Alter: 10 – 13 Jahre (2004 Ex-Bourbon, 2005 Ex-Madeira, 2007 Virgin)
Abgefüllt: 11 / 2016
Limitierung: 5400 Flaschen

Herstellungsverfahren: Blend (Single Domain = alle Rums aus einer Destillerie)
Alkohol: 56%

Preis: regulär 129€, allerdings kaum bis gar nicht mehr in normalen Shops zu bekommen. Bei eBay sind die Preise entsprechend höher, siehe hier*.

Bekannte zugesetzte Stoffe: keine

  • Geruch 80%
  • Geschmack 80%
  • Süße 35%
  • Milde 85%
  • Preis / Leistung 40%
  • Gesamt 79%
P
Mild
P
Einigermaßen komplex
O
Overhyped
O
P/L nicht das Beste
=

Vorwort

Der Velier Foursquare Triptych als Ergebnis einer Kooperation von Richard Seale (Foursquare) und Luca Gargano (Velier) wurde lange erwartet und hat schon vor Erscheinen einen regelrechten Hype ausgelöst. Objektiv gibt es dafür keinen ersichtlichen Grund beim Rum selbst, denn weder ist er besonders lange gereift, noch hat er sonst etwas extrem besonderes. Ja, die 3 verschiedenen Fasstypen aus denen die Rums stammen sind nicht alltäglich, aber schaffen es allein wohl kaum einen solchen Hype auszulösen. Die Foursquare Destillerie hat zwar einen guten Ruf und die Rums von dort waren größtenteils auch immer gut, aber in der Vergangenheit gab es bisher nie einen solchen Hype, selbst wenn die Limitierung deutlich geringer ausgefallen ist. 5400 Flaschen beim Triptych sind ja nun auch eine recht ordentliche Zahl. Das einzig Neue diesmal, ist die Zusammenarbeit mit Luca Gargano, also Velier. Der Abfüller Velier genießt bei Rum einen ganz hervorragenden Ruf und so sind die charakteristischen schwarzen Flaschen, je nach Abfüllung, oft binnen Sekunden ausverkauft. Ganz so extrem war es beim Triptych nicht, denn er war zumindest bei LMDW rund 1 1/2 Tage lang zu bekommen, aber in kleineren Shops mit weniger zugeteilten Flaschen, war er tatsächlich oft nur wenige Sekunden verfügbar.
Stand heute (26.07.2017) ist er meines Wissens nach nur noch über eBay* zu bekommen und dort natürlich nicht mehr zum ursprünglichen Preis.

Foursquare Triptych Velier 56% Single blended rum Barbados 5400 Flaschen 0.7L

EUR 199,00
Angebotsende: Sonntag Sep-24-2017 16:55:29 CEST
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Rum Velier Triptych Foursquare Barbados 56% 0,7L Worldwide Shipping

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Angebotsende: Freitag Okt-20-2017 17:42:37 CEST
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Foursquare Triptych Single Blended Rum

EUR 195,50
Angebotsende: Mittwoch Okt-11-2017 0:36:09 CEST
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*

Man kann hier also wohl ohne Zweifel von einem Hype sprechen. Gutes Marketing und wahrscheinlich zu einem sehr großen Teil auch der Name Velier und dessen Reputation haben hier also ganze Arbeit geleistet.
Ob der Rum wirklich so herausragend ist wie propagiert und ob dieser Hype gerechtfertigt ist, das werden wir uns nachfolgend einmal zusammen ansehen.




Zusammenfassung

Der Velier Foursquare Triptych ist für sich genommen ein guter Rum, wird dem aktuellen Hype um ihn und den äußerst überschwänglichen Tastings aber in meinen Augen nicht gerecht. Man sollte ihn also versuchen möglichst unvoreingenommen und ohne zu große Erwartungen zu probieren und zu bewerten. Besonders in Anbetracht des gehobenen Preises und der SEHR eingeschränkten Verfügbarkeit würde ich ein Sample vorher dringend anraten, damit man weiß, ob sich die Mühe überhaupt lohnt. So lässt sich zumindest eine Enttäuschung hinterher weitestgehend vermieden.
=

Erster Eindruck

Verpackung und Flaschendesign sind im typischen Velier Stil gehalten. Die schwarze Flasche mit kleinen hellen Label wirkt trotz ihrer Einfachheit oder vielleicht auch gerade deshalb ziemlich edel. Die Form der Flasche ist eigentlich absolut unspektakulär und auch das Label gewinnt wohl eher keinen Designpreis, aber allein das die Flasche schwarz ist, erzeugt schon eine nicht zu verachtende Eleganz. In der Vitrine braucht sich die Flasche also nicht zu verstecken. Aber seht euch am besten selbst die Bilder an bildet euch euer Urteil.
Interessanter und guter Barbados Rum, aber leider sehr overhyped.
=

Geruch

Kommen wir also wie immer erst einmal zum Geruch. Mal sehen ob sich die 3 verschiedenen Fasstypen Ex-Madeira, Ex-Bourbon und Virgin-Oak, also neue Eichenholzfässer, herausriechen lassen.
Also Ex-Madeira erkenne ich im Geruch kaum bis gar nicht, höchstens in Nuancen. Ex-Bourbon mit seiner typischen Klebstoffnote ist allerdings vorhanden. Auch das neue Eichenholzfass ist erkennbar. Der Geruch ist holzig, recht süßlich, aber mit deutlichen herb-würzigen Untertönen. Höchstwahrscheinlich vom frischen Eichenholz. Der Alkohol ist erkennbar, aber für 56% recht gut eingebunden und stört im Geruch nicht. Neben dem vielen Holz, findet sich aber auch eine leichte Kokosnote, etwas Vanille, Karamell, und helle Schokolade. Hintergründig kommen auch fruchtige Töne durch, diese sind allerdings zu unspezifisch, sodass ich sie jetzt keiner speziellen Frucht zuordnen kann. Aber auch beim Triptych lässt sich recht gut die Foursquare Destillerie am Geruch erkennen. Diesen spezifischen Geruch kann ich gar nicht so richtig beschreiben. Am ehesten noch als leicht medizinisch, salzig. Dieser Part ist definitiv nicht vordergründig oder sonst wie hervorstechend, aber er ist hintergründig doch klar genug vorhanden, um ihn sofort zuordnen zu können. Wer mal an 3-4 Rums aus der Foursquare Destillerie gerochen hat, wird wissen was ich meine. Hat seine ganz eigene, unverkennbare Charakteristik.
Insgesamt finde ich den Geruch schon recht angenehm und mit schöner Komplexität. Wirklich herausragend empfinde ich ihn allerdings nicht. Deswegen bekommt er von mir auch „nur“ Punkte im gehobenen Mittelmaß.

=

Geschmack

Der Geruch war schon einmal gut, wenngleich auch etwas enttäuschend für einen Rum, der so gehyped wird. Da hatte ich eigentlich etwas spektakuläreres erwartet. Mal sehen ob der Geschmack dem eher gerecht werden kann.

Der erste Schluck und…….. Hmm? Das ist nun der hochgelobte, gehypte, teilweise binnen Sekunden ausverkaufte Velier Foursquare Triptych? Ich war beim Geruch ja schon etwas enttäuscht, aber der Geschmack ist für dieses ganze Brimborium drumherum nun wirklich enttäuschend. Aber der Reihe nach. Wonach schmeckt er denn nun? Als erstes fällt im Mund sofort eine recht intensive Süße auf, die so bei nicht nachbehandelten Rums nicht so oft zu finden ist. Spontan fällt mir da der Foursquare Port Cask Finish ein, der was die Süße angeht in einer ähnlichen Liga spielt. Zu der Süße gibt es eine Menge Holz, inklusive dessen Würze und einer ordentlichen Portion Bitterstoffen. Was ebenfalls sofort auffällt und höchstwahrscheinlich dem Virgin Oak geschuldet ist, sind Tannine und der Foursquare Triptych ist geradezu bemerkenswert trocken. Zieht einem gefühlt den ganzen Mund zusammen. Der Alkohol ist für seine 56% wirklich sehr gut eingebunden und tritt zu keinem Zeitpunkt negativ hervor. Das Ex-Madeira Fass macht sich im Geschmack zwar etwas mehr als im Geruch bemerkbar, ist aber immer noch sehr zurückhaltend. Sonst erkenne ich noch leichte Toffee- und Karamellaromen, sowie ein wenig Leder. Fruchtigkeit ist im Geschmack hier allenfalls noch in Nuancen vorhanden.
Der Abgang ist mittellang und hinterlässt im Mund ein paar Zitrusnoten, deutliche Bitterstoffe und etwas Toffee.
Insgesamt finde ich den Geschmack des Triptych gar nicht schlecht und auch gut trinkbar. Ist also grundsätzlich ein vernünftiger Rum. Was ich aber nicht nachvollziehen kann, ist der Hype darum, denn er hat in meinen Augen keine wirklich herausragenden Eigenschaften die das rechtfertigen würden. Das ist auch der Grund warum ich anfangs geschrieben habe, dass ich vom Geschmack enttäuscht bin. Durch diese ganze mediale Präsenz war meine Erwartungshaltung hier wohl einfach zu hoch.

Ich kann an dieser Stelle auch schon einmal vorweg nehmen, dass ich im direkten Vergleich den Foursquare Criterion, der etwa zur gleichen Zeit auf den Markt gekommen ist und trotz deutlich stärkerer Limitierung (2000 Flaschen) nur rund die Hälfte kostet, nicht schlechter, bzw. in Teilen sogar etwas besser finde als den Triptych. Auch das Alter des Criterion und die Alkoholstärke sind annähernd gleich. Doch ist er eben nicht unter dem Namen Velier erschienen, was offensichtlich den entscheidenden Unterschied am Markt aus macht. Hier gibts das Tasting zum Criterion im Vergleich mit dem Triptych.

=

Preis / Leistung

129€ regulärer Preis für einen 10-13 Jahre alten Blend ist eine ganze Menge Geld. Zweifelsohne hat hier der Name Velier wohl eine sehr entscheidende Rolle bei der Preisfindung gespielt. Der Rum ist gut, keine Frage, aber diese Qualität und auch einen ähnlichen Geschmack bekommt man auch locker für die Hälfte des Preises. Interessanterweise sogar aus dem gleichen Haus, denn beispielsweise der Foursquare Criterion oder der Foursquare 2004 ECS Mark 3 sind beide deutlich günstiger und müssen sich absolut nicht vor dem Velier Foursquare Triptych verstecken. Das P/L Verhältnis würde ich hier also eher schlecht einstufen.
=

Blindkauf ?

Wer Rums aus Barbados oder insbesondere auch Foursquare Rums kennt und mag, kann blind problemlos zugreifen. Der Triptych ist durchaus als typischer Barbados Rum zu erkennen und hat auch sonst ziemlich viele Parallelen zu den anderen Rums aus dem Hause Foursquare.

Geschmacklich vergleichbar ist er ganz klar mit den anderen Foursquare Rums. Insbesondere mit dem Foursquare Criterion und dem Foursquare 2004 ECS Mark 3. Aber auch zum Doorly’s XO und Captain Bligh XO hat er gewisse Ähnlichkeiten, wobei ich die beiden letztgenannten aber mindestens eine Klasse unter dem Velier Foursquare Triptych ansiedeln würde.

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